Das erste Mal

Wenn wir etwas zum ersten Mal machen, scheint das immer ein weltbewegender Moment für uns oder unsere Lieben zu sein, der es lohnenswert macht sich über die Maße zu freuen, zu feiern oder für einen Moment andächtig und dankbar zu werden.

Irgendwie sind diese „Ereignisse“ in unserem Leben immer irgendwie besonders wichtig oder besonders bemerkt.

Das erste Mal

Der erste Zahn, der erste gelaufene Meter, das erste Wort, das erste Fahrrad, der Schulbeginn, die erste große Liebe, die erste Beziehung, der erste Sex … all diese ersten Male eben.

Das letzte Mal

Diese entsprechend zu würdigen, fällt schon schwerer, denn häufig wissen wir gar nicht, dass etwas zum letzten Mal passiert.

 

Vor einigen Tagen noch habe ich ein Gespräch darüber geführt, ob ich mich an meinen letzten Besuch auf einem Spielplatz erinnern würde?!

 

Früher rannte ich wie selbstverständlich täglich zwischen Rutsche und Wippe im Sand hin und her, dann wurden die Besuche weniger, dann ungenutzt  zum heimlichen Knutschen oder die erste Zigarette und dann ging ich irgendwann gar nicht mehr hin. So war das mit vielen Dingen im Leben.

Das Fahrrad radle ich wie selbstverständlich, als sei es nie anders gewesen, auch das Laufen würdige ich selten eines Gedanken, außer wenn es weh tut.

Doch wann wissen wir ob und wann etwas das letzte Mal ist und wie würden wir etwas tun, wenn es das letzte Mal wäre? Und auch die „ersten“ Male werden irgendwie weniger wichtig mit der Zeit.

Die erste Kündigung, jipieeeeee? Gehaltsverhandlungen? Das erste eigene Auto? Die erste Wohnung? Wird geklatsch? Applaudiert? Ein Foto gemacht vom stolzen Autobesitzer oder Wohnungsbezügler? Eher weniger.

Häufig wird all das erste dann wieder festgehalten, dokumentiert und gefeiert, wenn Kinder ins Spiel kommen.

Doch eigentlich sollten wir unsere eigen Lebensereignisse auch sehr viel doller feiern. Nicht nur, wenn wir uns vorstellen, es könnte das letzte Mal sein sondern weil alles was wir tun auch irgendwie unser erstes Mal ist.

Wenn dir mal ein Kuchen misslingt, dann denke daran wie du das bewertet hättest, wenn es dein erster Kuchen wäre! Wenn eine Prüfung voll daneben geht, dann denke daran wie du dich über das erste Buch gefreut hast, dass du gelesen hast oder wie du gelernt hast überhaupt zu lesen und Informationen zu sammeln und zu behalten.

Wenn du etwas nicht in dem Tempo oder in der Qualität schaffst, die du dir wünschst, dann denke daran, dass du beim Laufenlernen auch sehr geduldig mit dir warst und es irgendwann geschafft hast.

 

Vielleicht jubelt dir jetzt keiner mehr dafür zu – DU solltest dir aber täglich dafür zujubeln!!!

 

Du weißt nie, wann du etwas zum letzten Mal machst und auch die ersten Male sind nicht immer so klar zu erkennen, wie es so oft scheint!

Also genieße so viele Moment wie möglich als ERSTEN, denn genaugenommen ist jeder Sekunde deines Lebens die erste.

 

Die Welt lieb dich und dein Leben  – tu‘ du es auch.

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