Die mit dem Wein tanzt – Warum Fülle hinderlich ist

Irgendwie jagt ein großer Teil von uns (in mir zumindest) immer etwas hinterher das größer, weiter, toller, schöner und erfüllender ist. Auf der Jagd nach „MEHR“ und „FÜLLE“ fällt mir gar nicht auf, wie mich das stresst, doch was ich fühle ist Angst, Unruhe und Angespanntheit. Meine Gedanken kreisen, ich bin unkonzentriert und irgendwie rennt die Zeit schneller als sie sollte. Aber was tun?

Heute habe ich dazu einige tolle Zeilen gelesen, die mich ins Grübeln gebracht haben und mich innerlich entspannt haben:

Vielen von uns wird beigebracht, dass FÜLLE gleichbedeutend ist mit „VOLL“. Einem Leben das bis zum Rand gefüllt ist und vielleicht sogar überfließt (ÜBERFLUSS) …. Vielleicht lohnt es sich diese Vorstellung von Fülle einmal zu überdenken. Mache dazu eine kleine Übung: Nimm im Laufe des Tages ein Glas und fülle es mit Wasser (oder Wein 😉 – wie du magst). Fülle es bis zum Rand – also GANZ VOLL! Anschließend versuche damit herum zu laufen. Versuche zu tanzen, deine Hände zu bewegen und zu sprechen. Versuche jemanden zu umarmen und dann stelle fest, wie sich das anfühlt…..  (aus dem Buch: „Radical Abundance: A Journey From Not Enough to Plenty„)

Eigentlich reicht es schon diese Übung in Gedanken zu machen, denn sicherlich hast du schon einmal in deinem Leben ein Gefäß durch die Gegend getragen, das so weit gefüllt war, dass du sehr vorsichtige Bewegungen machen musstest, um nichts zu verschütten und weißt daher wie sich das anfühlt, oder?

Jetzt stelle dir vor, du schüttest etwas Flüssigkeit ab und beginnst dann dich zu bewegen. Mich hat alleine der Gedanke erleichtert und irgendwie ist es genau so im Leben: Wenn ich viel mache, viel habe und mein Leben sehr voll ist, dann ich kein Platz.

Kein Platz für mehr Zeit, kein Platz für mich, kein Platz für mehr Liebe, neue Bekanntschaften, neue Gedanken, Bewegung usw. sondern ich bin angestrengt beschäftigt damit alles zu „halten“. Vorsicht, Angst und „Tippelschritte“ zeichnen mein Verhalten dann aus. Will ich so leben?

Aber Fülle ist doch was Gutes, oder?

Ja, finde ich auch und ich mag es auch mein Glas zu füllen, aber ich trinke ungern abgestandene Limonade oder erhalte ein Weinglas, das mir bis zum Rand gefüllt hingestellt wird. Ich schenke mir lieber zu gegebener Zeit nach, das ist bei Getränken so und für mein Leben wahrscheinlich auch praktikabler, jetzt da ich darüber nachdenke.

Mein Opa sagte schon immer „zu viel ist immer ungesund“ und genau darum geht es.

In unserem Streben nach mehr Fülle bemerken wir gar nicht, dass wir uns damit einschränken, uns unserer Freiheit berauben und  schon lange GENUG haben. Das Leben ist schöner ohne Völlegefühl, Katerkopfschmerz und Stress. Das „Richtige“ Maß macht’s.

Mein Motto für den Tag ist also: „Raus mit dem, was ich nicht will, Platz schaffen für den Teil von FÜLLE den ich haben möchte, nicht überfressen und dann locker mit dem Wein in der Hand tanzen.

Die mit dem Wein tanzt.
Die Welt liebt dich.

Liebe Grüße

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