Wie gehst du mit Geld um? Die Geldpersönlichkeiten

Menschen gehen unterschiedlich mit Geld um, das ist dir sicherlich auch schon aufgefallen, oder?

Olivia Mellon hat sich seit der 80er Jahre besonders mit diesem Phänomen befasst und Menschen (vornehmlich Paare) in 5 Kategorien eingeteilt. (Was ihren Umgang mit Geld angeht)

  1. Spender (Ausgeber)
  2. Saver (Sparer)
  3. Avoider (Vermeider)
  4. Monks (Mönche)
  5. Worrier (Besorgte)

Ich möchte diese mal als „Hauptkategorien“ bezeichnen. Mellon teilt weiter Gruppen und Untergruppen – gerade wenn es um Partnerschaften und Lebensgemeinschaften geht. So stellt sie z.B. noch „Risikobereite“ und „Risikomeider“ gegenüber, wenn es um Investitionen geht und speziell bei verheirateten Paaren stellt Sie noch die „Geld-Verschmelzer“ und „Geld-Separatisten“ heraus, also Paare die ein gemeinsames Konto haben bzw. ihr komplettes Geld „zusammenlegen“ und die, die es nicht tun.

Ich möchte hier nur auf die “Hauptkategorien“ in Bezug auf Geld eingehen.

Vorab sie zu bemerken, dass wir alle Anteile dieser Persönlichkeiten in uns tragen. Es geht hierbei lediglich um die Wesenszüge, die bei jedem Einzelnen etwas mehr ausgeprägt sind und uns daher einer dieser Kategorien etwas „zugehöriger“ machen. Wahrscheinlich ist das auch der Grund warum andere Psychologen, Finanzmenschen und Fachleute auch bei der Anzahl dieser Kategorien variieren. Es ist eine subjektive Einteilung – wie das nun mal so ist, wenn es um die Klassifizierung von Menschen geht.

Jetzt aber los:

Die Ausgeber:

Sie haben Spaß daran das Geld auszugeben, sie sind Lebemenschen, häufig auch etwas „verplant“ und gehören häufiger zu denen die am Ende des Monats noch zu „viele Tage für zu wenig Geld“ übrig haben. Sie gönnen sich mehr als es für ihren Kontostand gesund wäre – sprich: Sie kennen das Gefühl ihr Dispo auszureizen, Schulden zu haben oder sich hier und da mal etwas leihen zu müssen um die Fixkosten begleichen zu können, die wieder einmal „völlig überraschend“ eingetrudelt sind. Ausgeber bedenken aber nicht nur an ihr eigenes Wohl. Die ein oder andere Getränkerunde geht auf ihre Rechnung, teure Geschenke für Menschen, die Ihnen etwas bedeuten oder die es „nötiger“ brauchen. Sie sind „Gönner“ und „Genießer“. Es kommt jedoch nicht selten vor, dass sie sich am Ende des Monats vor ihrem Kontostand erschrecken (oder am Ende des Jahres bei der Steuer – denn ein Ausgeber vergisst auch mal regelmäßig nach seinen Finanzen zu schauen. >>>„Es wird schon reichen“) dann kommt Sorge zum Vergnügen.

Die Sparer:

Wie der Name schon sagt ist hier die Gruppe der Menschen angesprochen, denen es leichter fällt ihr Geld zu sparen – zu halten.

Sie überlegen wo Sie ein Produkt günstiger einkaufen können, nutzen eher Sonderangebote oder Coupons. Sie sind in der Regel dadurch auch strukturierter und organisierter in ihrem Wesen – nicht nur wenn es um Geld geht. Sie wissen meist sehr genau welcher Betrag wann auf ihrem Konto ist, was sie sich leisten können oder wo es finanziell hingeht. Sie haben im Vergleich zu den Ausgebern einen vorausschauenderen Blick als die Neigung im hier und jetzt als „Lebefrau/-mann“ aufzutreten. Manchmal bleibt dabei vielleicht Spaß oder das „sich etwas gönnen“ auf der Strecke, aber das sehen Sparer für sich gar nicht so.

Die Vermeider:

Vermeider finden Geld lästig. Der Umgang daran oder alleine schon der Gedanke daran strengt Sie an. „Kann das nicht jemand für mich erledigen?“ wäre Ihnen das liebste. Weil sie so ungern mit Geld umgehen und jegliche Berührung mit dem Thema meiden so gut es geht, fallen Entscheidungen zu diesem Thema häufig schwer. Wo war der Finanzordner nochmal? Steuer? Schon wieder? „Lasst mich doch einfach alle in Ruhe – das zieht vorbei“ … müsste man die Vermeider mit einem Tier vergleichen wäre hier wohl der passende Vergleich der Strauß – Kopf in den Sand, dann wird sich das schon von ganz alleine klären.

Die Mönche:

Mönche sind im „Einklang“ mit ihrer Geldsituation. Sie vertrauen darauf, dass immer genau die Summe da ist, die sie brauchen. Das kann durchaus viel sein! Sie möchten sich jedoch nicht mit Geld beschäftigen. Sie sind also in gewisser Weise Vermeider, jedoch nicht aus „unbehagen“ der Thematik gegenüber sonder aus einem „Urvertrauen“ heraus.

Einige Menschen sind mit diesem Vertrauen auf die Welt gekommen, andere haben dieses Vertrauen ab einem gewissen Kontostand. Man kann also durchaus zum „Mönch“ werden.

Das hört sich nach einem erstrebenswerten Zustand an … vielleicht, wenn man totale Entspannung mit und um Geld sucht. Manchen macht das Thema Geld und Investitionen ja aber tatsächlich auch Spaß. Außerdem kann das Zusammenleben mit Mönchen auch sehr kompliziert sein. Für sie selbst funktioniert dieser Umgang mit finanziellen und materiellen Dingen sehr gut doch auch Mönche leben in einer Geld-geprägten Welt mit Steuern, Zahlungen etc. und diese „irdischen“ Vorgänge sind Mönchen einfach unlieb und fremd.

Keine dieser Persönlichkeiten ist als „besser oder schlechter“!

Wie schon gesagt, wir haben alle ein bisschen von ALLEM, aber wir sind eben wie wir sind – auch im Umgang mit Geld.

Zu wissen, welcher „Gruppe“ man zugehört kann lediglich Aufschluss darüber geben, wie man sein verhalten so „verändern“ kann, dass man auf Dauer entspannter mit Geld umgehen kann oder mehr finanzielle Mittel zur Verfügung hat um mehr Spaß und weniger Sorgen rund um Geld zu haben.

Was ist mit den „Besorgten“?

Vielleicht hast du bemerkt, dass ich die „Besorgten“ aus der Beschreibung ausgespart habe. Ich bin der Meinung dass die Gruppe der „Besorgten“ aus den Extremen der Geldpersönlichkeiten entstehen.

Gibt ein Ausgeber mit Spaß sehr viel Geld aus und schaut dann doch irgendwann auf sein Konto und bemerkt, dass hier und da ein paar Euro zu Leben fehlen (meist ein wenig mehr als nur „ein paar“) dann verfällt auch ein Ausgeber schon mal in Panik und beginnt sich große Sorgen um seine Finanzen zu machen.

Der exzessive Sparer ist von Sorgen und Angst getrieben womöglich nie genug zu haben. Nie abgesichert genug zu sein usw. er/sie spart also aus Sorge noch mehr.

Vermeidet ein Vermeider lange genug den Umgang mit Geld, wird auch diese Person irgendwann das Gefühl der Sorge einholen, denn ob wir wollen oder nicht: Geld begegnet uns jeden Tag!

Auf Dauer können wir uns diesem Thema nur in den seltensten Fällen entziehen.

Was sagst Du?