Halt‘ dich ans Loslassen!

Wenn Fragen offen bleiben, die dir keiner beantworten kann, Situationen sich anders entwickeln, als geplant und die Welt sich gegen dich zu verbünden scheint, bleibt nur „loslassen“. Genau mit dieser Erkenntnis schreit eine innere Stimme in mir: „Scheiß auf loslassen, ich will das jetzt aber anders!!!!“

Es gibt Fragen, auf die gibt es einfach keine Antwort. Warum ist die Welt rund, die Banane krumm, aber auch etwas Emotionsgeladenere wie: Warum stirbt ein geliebter Mensch? Warum ist man verlassen worden? Wieso gekündigt, warum die Traumwohnung nicht bekommen, den Traumparter nicht usw. usw.

Wenn Emotionen ins Spiel kommen, kann der Verstand das oft schwer (er)tragen. Unser hier läuft auf Hochtouren, was die Suche nach Antworten angeht und kommt immer wieder zu dem Schluss: „Es gibt hier keine logische Erklärung, mit der ich leben kann (oder will).“
Klar, manchmal hat man eine Gelegenheit den Verflossenen fragen, den Vermieter oder andere Beteiligte, aber auch dann befriedigen die Antworten nicht immer – Glaub mir, ich hab’s getan, aber der Versuch war es übrigens Wert!

An diesem Punkt hast man nicht mehr viel Spielraum. Schließlich will man sich ja nicht ewig der niemals endenden Antwortsuche hingeben. Was bleibt, ist sich im Loslassen zu üben!

Dieses Jahr beginnt offenbar für den ein oder anderen im Zeichen des „Loslassens“. Wenn du also dazugehörst: Willkommen im Club, du bist in bester Gesellschaft!

Loslassen ist natürlich nur dann schwer, wenn wir uns von etwas verabschieden müssen, das uns am Herzen liegt oder das wir gerne haben würden. Keiner hat ein Problem damit, sich von Schlechtem zu lösen … oder doch?

Ich habe mich die letzten Wochen dazu angehalten weniger in „gut“ oder „schlecht“ zu denken, denn ich habe festgestellt, dass ich oft gar nicht, weiß was „gut“ oder „schlecht“  für mich ist – erst im Rückblick. In akuten Situationen verliere ich eher den Überblick und halte fest. An dem was ist, weil ich es kenne oder weil ich es für gut halte – weil ich es mir nicht besser vorstellen kann. Und so verharren viele wie ich in Kämpfen für Jobs, Beziehungen und Träume die gar nicht so gut sind.

Für alle die jetzt aufschreien: Ich meine damit nicht, das du bei jeder kleinen Unzufriedenheit oder Hürde Job, Beziehung und Träume einfach hinschmeißen sollst. Vielmehr geht es darum sich die Frage zu stellen: Wenn ich alles getan habe, was möglich war für diese Situation, was ist dann jetzt dran?

Loslassen und Vertrauen, denn alles andere hast du schon gemacht!

Die letzten Tage ist mir bewusst geworden, dass Loslassen nicht immer „auf Lebenszeit“ heißen muss und das hat es mir schon leichter gemacht.

Es ist eher so wie schon in diesem Artikel beschrieben – ein Loslassen, um die Hände frei zu haben für das, was es gerade zu bearbeiten gilt oder für Dinge, an denen ich tatsächlich etwas ändern und formen kann, statt an Dingen rumzuhantieren, bei denen schon alles getan ist. (Ich würze ja auch die Spaghettisauce nicht weiter nach, nur weil sie noch 1 Stunde köcheln muss!)

Vielleicht ist das einfach später wieder dran … oder eben nicht mehr. Jetzt ist erst mal PAUSE!

Wie mach ich das jetzt, dieses Loslassen?

Ich habe keine Ahnung! Ich bin selbst noch mitten drin, …. dabei,  2015 los zu lassen, Menschen gehen zu lassen, Projekte … ich hatte echt viel Gutes und jetzt soll ich Platz machen,  wo ich doch gerne alles (be)halten würde? Gleichzeitig bin ich angestrengt vom (be)Halten.

Ich will hier nur einige Sprüche und Gedanken teilen, die ich die letzten Tagen und Wochen gehört und die mir geholfen haben. Für alles andere gibt es wunderbare Artikel die du googlen kannst – du wirst schon den richtigen Beitrag finden, wie man sich löst samt Übungen und und und …. (Tipp: Sedona Methode, Somatic Experience oder frag‘ einfach … bin mittlerweile Loslass-Übungs-Profi haha)

Sprüche und Taten, die mir geholfen haben (und noch helfen):

  • „N‘ Scheiß muss ich“
    Das Schlimmste für mich am Loslassen ist das Gefühl von „Ich muss das jetzt machen“. Wer sagt das denn? Ich will böse sein? Ich darf. Ich will traurig sein? Ich darf. Ich will weiter in diesem Job oder in der Beziehung verharren? FEIN! Niemand zwingt mich dazu loszulassen. Ich musst gar nix! Irgendwann wurde es mir aber langweilig mir zu beweisen, dass ich nix muss 😉 Klingt wirr? Wen es betrifft, der wird’s verstehen!
  • „Nicht so viel drüber Reden“
    Das hat mich mein Körper mich mit einer Zwangs-Maulsperre gelehrt. 3 Tage habe ich meine Stimme an Heiserkeit verloren. Ich war mehr mit mir und weniger mit anderen im Austausch und plötzlich war mehr Klarheit und Bereitschaft zum Loslassen da.
  • Zulassen und Zeit lassen gehört zum Loslassen!
    Sei mit dem was ist. Loslassen heißt nicht, seine Gefühle zur Seite zu schieben.
    Du bist traurig? Sei traurig! Nimm dir Zeit für dich, deine Bedürfnisse. Nimm ein Bad (oder zwei … drei). Koche ausgiebiger oder was auch immer. Schließe wirklich ab und versuche nicht einfach wegzurennen, das holt dich wieder ein!
  • Vergiss ABLENKUNG – das geht schief!
    Auch das habe ich versucht! Großes Kino und passt zum Weglaufen. Ablenken ist ein super einfach zu machender Gegenspieler zum Loslassen. Ich übertünche einfach was es zu tun gilt, mit etwas anderen. Mein Rat hierzu: Lass es! Hinterfrage dich ehrlich in Zeiten des Loslassens, ob das, was du tust Flucht oder Ablenkung ist (auch beim Essen, suchtartigem Konsum und und und). Sei besonders achtsam mit dir und den Dingen, die du in dieser Zeit machst. Also ERSTMAL keine Ablenkung, später Fokus auf etwas anderes LENKEN!
  • Bewegung
    Ich bin ein Verfechter von Bewegung. Also raus, wenn das geht. Sport machen oder wenn du gerade nicht unter Menschen möchtest (oder gesehen werden willst) TANZEN! Musik auf voll – Wohnung frei räumen und los geht’s. Es schaut keiner zu, also entspann dich. Tanz kann eine Art Meditation werden, Klarheit schaffen und Erkenntnisse schaffen – probier’s aus es könnte sich lohnen.
  • Meditation
    Ein bisschen Stille und Ruhe hilft dabei nach einem Wirbelsturm wieder alles an (s)einen Platz zu sortieren. Dabei ist eine bestimmte Praktik völlig gleichgültig. Meditation ist keine Hexerei …
    Einfach sitzen, Stille, 10 – 15 Minuten. Egal was du denkst, egal ob du denkst!
    Einfach Du, etwas Zeit und Ruhe!
    Erwarte nichts – Let the Magic happen – oder auch nicht!

Loslassen hat keinen Takt und vorgeschriebenes Tempo

Loslassen ist auch nichts, was in einer bestimmten Zeit abgeschlossen sein muss!
Ich persönlich setze mir immer gern ein Zeitfenster, für bestimmte Übungen. Vor allem, wenn es um das durchlassen negativer Emotionen geht.
Man darf sich auch mal zu Hause verschanzen und heulen, aber ein Datum erleichtert mir das Auftauchen, damit ich nicht versumpfe. So kann ich mich in Selbstmitleid und allen niederen Gefühlen suhlen, ohne Angst zu haben, mich gänzlich darin zu verlieren. Wenn im Kalender steht, dass am X-ten Schluss damit ist fällt es mir leichter mir die Erlaubnis zu geben das voll auszuleben – was es eben auch mal braucht.

Für das Loslassen gibt es aber leider keinen Schalter – da hilft mir auch mein Datum nichts.
Mal gelingt Loslassen für 5 Minuten und kommt wieder, dann eine Stunde, dann eine Woche. Es ist ein Prozess. Ich freue mich immer am Bemerken, wie lange die Pausen werden, in denen ich loslassen kann (bzw. „es“ mich loslässt!). Vielleicht hilft dir das ja auch.

Sei flexibel, sei gut zu dir, hab vertrauen und glaube daran, dass Loslassen dazu da ist, Platz für Neues, Besseres zu schaffen … so schwer das in dem Moment zu glauben fällt.

Die Welt liebt dich …  Du bist nicht allein!

Was sagst Du?