Happy Hopi Walk

Ich gebe zu, ich weiß gar nicht ob das, was ich gleich beschreibe wirklich „Hopi-Walk“ heißt. Ich glaube, ich habe das unter diesem Namen kennengelernt, aber ich tendiere gelegentlich dazu, Dinge die ich mit Emotionen abgespeichert habe, hinterher nicht mehr namentlich korrekt benenne zu können. Es sein mir verziehen, falls der Ausdruck ein anderer ist. Es gibt Schlimmeres, schließlich geht es um die Idee dahinter und nicht darum, wie das „Ding“ heißt.

Was ist ein Hopi-Walk (für mich)?

Also ein Hopi Walk ist eigentlich nichts anderes, als ein Spaziergang! Die Idee dahinter stammt ursprünglich aus der indianischen Kultur der Hopi-Indianer. Es geht darum sich auf den Weg mit sich zu begeben. Ohne MP3 Player, ohne Sprechen, ohne jegliche Form der Ablenkung.
Es geht einfach darum sich auf seinen Weg und seinen Spaziergang einzulassen. Mit sich und seinen Gedanken laufen zu gehen, gleichzeitig aber auch aufnahmefähig zu sein für die Umwelt.
Was passiert um uns herum? Welche Sinne sind/werden aktiviert? Welche Gerüche sind da? Wie hört sich beispielsweise der Wald an? Wie setzte ich meine Schritte auf den Boden? Wie laufe ich? Wie fühlt sich das im Körper an … so weit die Theorie.

Meditation für Zappelmenschen – Bewegung muss her

An stressigen oder aufgewühlten Tagen tue ich mir schwer damit meine Gedanken zu sortieren. Auch wenn ich mich ab und an durchaus gerne einfach hinsetze, die Augen schließe und dabei hervorragend abschalten kann, ist das an anderen Tagen wiederum gar nicht. Bewegung muss her!
Körperliche Betätigung an sich sortiert schon hervorragend, doch im Fitnessstudio beispielsweise ist dann doch immer ein gewisser Geräuschpegel, Musik, Menschen, mit denen ich mich dann auch noch unterhalten möchte und das bedeutet für mich häufig Ablenkung von der Situation, die ich gerne auf tieferer Ebene lösen würde. Dafür eignet sich ein Hopi-Walk.

Hopi-Walk Regeln:

  • Lege fest, bevor du losläufst oder während du läufst, wann der Moment der Pause im Hopi-Walk ist. Das bedeutet: Lege eine Zeitspanne (Bsp. 10 Min) fest, wann du innehältst und dich bewusst umschaust.
  • Sprich nicht, mach den Spaziergang möglichst alleine, achte auf Impulse und Gedanken.

Die Pause im Hopi-Walk

Der Hopi-Walk ist für mich eine Art Antwort-Spaziergang. Ich laufe los mit eine Frage oder einem Thema und lasse all meine Gedanken, Urteile, Ideen, Behauptungen, Fakten zu diesem Thema durch meine Hirnwindungen laufen. Das mache ich bis zur Hopi-Walk-Pause. Diese Pause lege ich vorher fest. Manchmal ist es ein festgelegtes Zeitfenster, manchmal ein Impuls von Außen.
Also z.B. stelle ich mir den Handywecker auf 10 Minuten, sodass ich nach 10 Minuten in all meinem Gedankenkram unterbrochen werden und innehalte.
Das ganze geht auch ohne Handy! Ich lege einfach fest, dass ich stoppe, wenn ich durch einen äußern Umstand aus meinen Gedanken gerissen werde. Sei es weil ich jemandem begegne, ein Tier meinen Weg kreuzt, ich durch ein Geräusch erschreckt werde oder oder oder … Man merkt diesen Impuls schon deutlich.
Einen bestimmten ORT für diese Pause zu planen ist weniger sinnvoll, da man dann schon seinen Weg nach diesem Punkt ausrichtet und weniger seinen Impulsen folgt, was (für mich) schon einen Auswirkung auf den Gedankenfluss hat.

Was machen in der Hopi-Walk Pause?

Die Zeit ist um oder ein Impuls war da, was dann? Ich blicke mich um und nehme genau diese Stelle ganz bewusst wahr.
Wo schaue ich zuerst hin?
Was nehme ich genau hier wahr?
Was fällt mir auf?
Was ist mein erster Gedanke? und dann: WAS hat DAS mit meinem PROBLEM/ THEMA zu tun?

Dabei geht es nicht darum, dass einen die LÖSUNG plötzlich wie ein Blitzschlag trifft, obwohl ich das durchaus auch schon erlebt habe, es geht für mich viel mehr darum die Bereitschaft zur Klärung zu symbolisieren. Eine Mögliche Idee zu verfolgen und einen neuen Blickwinkel zu erlauben. Wenn ich da stehe und denke: „Hier finde ich jetzt etwas!“
So suche ich plötzlich überhaupt erst danach und meine Kreativität lässt mich dabei nie im Stich.

„Happy“ Hopi Walk

Manchmal ist es nur ein Wort, das mir dabei durch den Kopf schießt und ich brauche noch eine Weile um das mit dem Thema zu verknüpfen, aber ich bemerke, dass meine Gedanken sich sofort anders kanalisieren.
Es geht dann nicht mehr um eine Aneinanderreihung von Problemen, das durchspielen von Hindernissen oder um scheinbar verwirrende zusammenhanglose Gedanken. Ich schaffe ein kleines bisschen Klarheit durch diese bewusste Unterbrechung und die Neufokussierung.
Entweder es entsteht auf einmal Raum für ein Thema, unter das all diese Gedanken subsumiert werden können, oder es kommt ein Impuls der zur Lösung dienen kann. Plötzlich wird es ein „Happy“ Hopi Walk.

Symbolik – eine andere Art der Problemverarbeitung

Meist suche ich mir für diesen „Walk“ noch einen Stellvertreter, eine Gedächtnisstütze für diesen Pausen-Moment, z.B. einen schönen Stein, ein Blatt, einen Stock, eine Blume … was auch immer, an dem Ort, an dem ich angehalten und mich umgesehen habe. Einige davon habe ich noch eine Weile zu Hause um mich immer wieder daran zu erinnern. Andere lege ich noch während meines Laufes wieder ab. Für mich hat das einfach Symbolcharakter.
Gefühlsmäßig hilft es mir manchmal all meine Sorgen, Ängste oder mein Unwohlsein auf einen Stein zu projizieren und diesen dann zu verbuddeln, so weit es geht weg zu werfen oder vor mir her zu kicken. Wozu auch immer ich gerade Lust habe. Oder ich habe eben tatsächlich ein erleichterndes Gefühl, dass ich mit einem Gegenstand, Symbol oder inneren Bild verbinde, dass ich dann lieber behalte statt mich noch auf dem Spaziergang davon zu trennen.

Alles Hokuspokus?

Kann sein! Ich versuche das für mich nicht zu beurteilen. Ich glaube nicht an Zauberei oder so etwas, aber ich glaube dass wir oftmals in unserem Trott gefangen sind und dann braucht es eben manchmal „spinnerte“ Methoden, um dem Hamsterrad zu entfliehen.

Was hilft ist gut und wenn man keine andere Idee hat schadet es nicht auch mal den Hopi-Walk zu versuchen, von mir aus auch den Moon Walk 🙂 … was immer hilft ist gut!

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