Hör‘ Dir zu! – Unsere Lebensmetaphern

Wie geht dieser Satz für dich weiter?

„Mein Leben ist wie …“

Unsere Worte verraten und oft mehr über unser Unterbewusstsein und unsere Einstellung, als wir auf das erste Aussprechen hin vermuten würden.

Also stelle dir tatsächlich einmal ganz bewusst die Frage, welche sprachliche Metapher du für dein Leben verwendest.

Was fühlst du, wenn du über dein Leben nachdenkst, ist es eher ein „fließen“ oder „aktives vorangehen“ oder hat es überhaupt keine „Richtung“ die man mit vorwärts, seitwärts oder durch Himmelsrichtungen bezeichnen könnte?

Vielleicht ist dein Leben auch eher etwas Wachsendes?

Mir war lange gar nicht bewusst, dass ich mein Leben als „Weg“ bezeichne, sehe und sogar beschreibe. Als mich ein guter Freund dann darauf aufmerksam machte, dachte ich zuerst: „Wie soll man das denn anders sagen oder denken?“

Das war der Auslöser zu einem weiteren Experiment.

Da Menschen Botschaften leichter verstehen, wenn man ihre persönlichen Metaphern dazu verwendet, versuchte ich mir die nächsten Tage und Wochen neue Metaphern für „Leben“ auszudenken und zu trainieren.

Dabei kam ich als erstes auf einen Fluss, wahrscheinlich weil es für mich ebenfalls eine Art Weg ist. Es gibt eine Quelle/ Anfang und ein Ziel (Meer). Der Unterschied war jedoch, dass ich den Weg als etwas viel Aktiveres sehe, im Sinne von: Ich muss auf dem Weg viel mehr selbst machen. In einem Fluss werde ich einfach zu meinem Ziel geleitet und fließe dahin, was sehr entspannend sein kann. Mit meinen neuen Metaphern und einer neuen metaphorischen Herangehensweise an mein Leben bemerkte ich plötzlich, wie sich auch mein Gefühl zum Leben und meinen Tätigkeiten veränderte.

Plötzlich fand ich es eine spannende Sache zu bemerken, welchen Unterschied das ausmacht und wollte wissen welche Metapher mein Umfeld parat hat.

Ich besuchte eine Freundin und wir sprachen über einen möglichen Titel für ein Seminar, in Bezug auf das Leben und sofort stellte sie ebenfalls die Metapher des Weges in den Raum. Als ich daraufhin vorschlug das Leben vielleicht als Fluss zu bezeichnen sagte Sie:

„Das mündet doch im Meer und das ist tief, dunkel und unüberschaubar, nein, das geht nicht.“

Ich persönlich hatte das Meer eher mit Fülle und ungeahnten Möglichkeiten und daher mit vielen positiven Eigenschaften in Verbindung gebracht, daher war ich sehr erstaunt über diese Reaktion.

Nach weiteren Befragungen stellte ich fest, dass noch mehr Menschen in meinem Umfeld eher negative Assoziationen mit den „weiten des Meeres“ haben und daher auch vor der Metapher des Flusses zurückschrecken.

Angenehmer war da vielen schon eher das Bild des Baumes.

Spannend fand ich jedoch, dass einige meiner männlichen Freunde den Satz „Leben ist wie …“ mit „ein Spiel“ beendeten.

Komischer Weise kam keine Frau, die ich gefragt habe, auf diese Antwort. Ich fand das einen sehr interessanten Ansatz und habe mich selbst auch ein wenig gewundert, dass ich dieses Bild so wenig in meine Lebensmetapher eingeschlossen habe, wo ich doch gerne spiele.

Scheinbar ist mir jedoch eine Richtung wichtig, wenn es um mein Leben allgemein geht und irgendwie schließe ich das bei einem Spiel aus.

Meine Assoziation des Spielens ist „Gewinnen oder Verlieren“ aber auch „Immer wieder beginnen können“, also eher etwas „Rundes“, „Zyklisches“.
Letzteres fand ich einen schönen Gedanken denn eigentlich versuche ich meinem Leben häufig so zu begegnen. Ich spiele, probiere aus und wenn es nicht funktioniert, dann beginne ich einfach wieder von vorn.

Welche Metapher gebrauchst Du?

Blumen, Bäume, Felder, Flüsse, das Meer, ein Spiel, …Was gibt es noch? Was bedeutet sie für Dich? Welche Metaphern passen Dir vielleicht gar nicht und warum? Hör Dir einmal genau zu und Du kannst ganz schnell, ganz viel über Dich und Deine Einstellung zum Leben lernen.

Ich würde mich freuen zu erfahren, welche Bilder/Metaphern und Ideen Du so mit DEINEM LEBEN assoziierst?! Einfach als Kommentar unter diesem Artikel hinterlassen oder per email an mich senden  … auf viele Dinge komme ich einfach nicht alleine!

Danke für Deine Unterstützung und viel Spaß beim Herausfinden.

Update:

Die Metapher des „Spielens“ hat sich für mich als sehr hilfreich erwiesen. Keine Ahnung ob es an der Änderung meines Wortes liegt, dass mein Leben auch spielerischer geworden ist, aber sicherlich ist es spannend und verändernd, bewusster mit den Lebensmetaphern zu jonglieren.

Was sagst Du?