Komm lass uns leben – Angst und was sie mit uns macht!

Wenn ich mich an all meine Ängste zurück erinnere, erinnere ich mich auch an die Geschichte des alten Mannes, der auf seinem Sterbebett sagte:

Ich hatte in meinem Leben viele Probleme und Ängste, von denen die meisten nie eingetroffen sind.

~ Winston Churchill

Uns fällt es häufig am leichtesten auf den schlechtesten Ratgeber zu hören – unsere Angst und noch schlimmer wird es, wenn wir auf die Angst anderer hören!

Angst ist an sich keine schlechte Sache, sonst hätten wir sie wahrscheinlich nicht. Sie ist das Gefühl dass uns schützt, wenn wir uns in Gefahr begeben.

Also z.B. wenn wir Nachts durch eine dunkle Gasse laufen und uns jemand verfolgt, wenn plötzlich ein Löwe aus dem Gebüsch springt und uns angreifen möchte, wenn wir uns in Lebensgefahr begeben und heile wieder aus der Situation kommen möchten.

Halt!!!

Warum läufst du Nachts durch dunkle Gassen?  Und wie oft hat dich schon jemand verfolgt, wenn du es trotz besserem Wissen getan hast?

Und dieser Löwe, ist dir WANN schon einmal begegnet?

Bleibt in lebensgefährlichen Situationen noch Zeit für Angst?

Vielleicht sollte ich Angst definieren, was sie für mich ist:

Ich habe Angst, wenn ich mir ausmale, wie Dinge sein könnten.

Ich habe Angst vor der Zukunft, die ungewiss ist, ich habe Angst davor wie es sein könnte überfallen zu werden oder davor wie es sich anfühlen könnte aus dem 25 Stock zu fallen, falls das Geländer nicht hält, der Glasboden unter mir einstürzt oder der Berg zusammenfällt, der 5000 Jahre alt ist- just in dem Moment, in dem ich auf dem Aussichtsplateau stehe.

Bin ich jedoch in einer Situation, die ich in die Kategorie der Angstvorfälle einsortiert hätte, bleibt keine Zeit dafür mir zu überlegen, was sein könnte und was schlimm wäre, da bleibt nur Zeit zum Handeln um mein Leben tatsächlich zu retten.

Ängste halten uns ab uns unnötig in Situationen zu begeben, die uns schaden könnten und das ist gut. Das erklärt aber auch warum Ängste lediglich Gedanken sind und dies immer bleiben, sie richten sich immer auf mögliche Szenarien in der Zukunft. Angst ist vorausschauend. Wäre ja auch doof im Nachhinein Angst zu haben, nachdem man sich in Gefahr gebracht hat.

Angst bereitet uns also auf die schlimmsten Möglichkeiten vor und lässt uns abwägen, ob es das Ziel, den Ausblick, die Erfahrung wert ist dieses Risiko einzugehen – nur für den Fall, dass dieser Löwe tatsächlich aus dem Gebüsch springt!

Klartext: Ist es dir das Risiko wert eine Safari mitzumachen und zu sehen, wie Tiere, die du sonst nur aus TV oder Zoo kennst, in freier Wildbahn leben, wenn dir dabei auch ein Löwe begegnen könnte und dich töten könnte? Loewen

Fällt dir etwas auf? Wahrscheinlich werden die meisten von uns an dieser Stelle sagen: „DAS IST TOTAL UNWAHRSCHEINLICH WÄHREND EINER SAFARI“ … und damit magst du Recht haben.

Aber wenn wir Zahlen hören, dass jeder 2te Unternehmer, der sich selbständig macht scheitert, bedeutet das in den meisten Köpfen eine 50% Chance – zu SCHEITERN!

Zusammengefasst

Angst ist ein Blick in die Zukunft – wir versuchen das zukünftige Risiko abzuschätzen!

Angst ist etwas, das wir mit einer Wahrscheinlichkeit bestücken – Wir machen Safaris mit und laufen durch dunkle Gassen, weil es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass uns dabei TATSÄCHLICH mal etwas passiert. Haben wir aber Statistiken darüber, wie wahrscheinlich ein Scheitern oder der Tod tatsächlich sind, sieht unsere Entscheidung wieder anders aus.

Noch ein praktisches Beispiel

Fliegen gilt als sicherstes Transportmittel. Für mich ist das wie Äpfel mit Birnen vergleichen … Würde ein Auto zwischen 150 und  800 Menschen fassen und die meiste Zeit alleine auf der Autobahn fahren, wären die Verkehrsstatistik sicher auch eine andere.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ich einen Autounfall überlebe ist jedoch gefühlsmäßig höher als bei einem Flugzeugabsturz heile aus der Sache zu kommen, oder?

Aber so etwas will ich nicht hören, wenn ich über den Atlantik oder Pazifik fliege, dass ich fliege steht ja gar nicht zur Debatte aber WIE und mit WEM! Also vergleiche ich zwei Fluggesellschaften und entscheide mich lieber 100 Euro mehr auszugeben und Lufthansa zu fliegen statt mit einer „Air-Bruchpilot“ .

Isn’t it ironic?

Das lustige an Angst ist: Sie ist verwandt mit der Hoffnung!

Wenn die Angst vor Armut größer ist als die vor dem Tod dann wirst du „Air Bruchpilot“ für 100 Euro Ersparnis wählen und hoffen, dass du lebend ankommst, falls nicht, bist du wenigstens 100 Euro reicher gestorben … ok ich werde zynisch, aber da fällt mir Alanis Morissette ein mit ihrem Song:

Mr. Play It Safe was afraid to fly
He packed his suitcase and kissed his kids good-bye

He waited his whole damn life to take that flight
And as the plane crashed down he thought
„Well, isn’t this nice.“
And Isn’t this ironic… don’t you think?

Herr „Sicher“ hatte Angst zu fliegen

Er packte seinen Koffer und küsste seine Kinder zum Abschied
Er wartete sein ganzes verdammtes Leben auf diesen Flug
und als das Flugzeug abstürzte, dachte er „Naja, ist das nicht nett?“
Und ist es nicht ironisch … was glaubst du?

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass dieser Mann (gehen wir davon aus es gäbe ihn) jegliche Art der Vorkehrung getroffen hat, sicher zu Reisen aufgrund seiner Angst und dann sowas!

UNDERWATERWORLD

Wozu das alles?

Ist die Frage die ich mir dann stelle! Angst ist Zeitvertreib für’s Hirn. Wir glauben etwas vorhersehen zu könne und versuchen möglichst alle Probleme vorher schon zu bekämpfen, die wir vielleicht niemals hätten, nur um SICHER zu gehen!

Mich wundert es nicht, dass häufig die Menschen den größten Erfolg haben die eigentlich schon am Boden sind! Sie haben nichts mehr zu verlieren. Jedoch steigt dadurch nicht die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg! Was wächst oder sich verändert ist, dass die Hoffnung größer ist, dass etwas gelingt als die Angst vor dem Scheitern!

Ich schließe meine kleine Nachdenke- Runde daher mit der Vertreibung meiner Ängste indem ich lauthals mit Westernhagen singe:

Komm, lass uns leben!
Komm, lass uns leben, immer mehr
Komm, lass uns leben, lass uns leben
Das Leben ist gar nicht so schwer
Komm, lass uns lieben, lass uns lieben
Komm, lass uns lieben, immer mehr
Komm lass uns lieben, lass uns lieben
Zu lieben ist gar nicht so schwer



Wenn ich mich an all meine Ängste zurückerinnere, erinnere ich mich auch an die Geschichte des alten Mannes, der auf seinem Sterbebett sagte: Ich hatte in meinem Leben viele Probleme und Ängste, von denen die meisten nie eingetroffen sind.

~ Winston Churchill

Was sagst Du?