Motivation und das Gefühl ein Verlierer zu sein

Wem ist das nicht schon passiert? Man steht morgens auf und weiß gar nicht so wirklich warum!

Der Job scheint völlig irrelevant, gemessen an der Auswirkung auf die Welt. Irgendwie scheint alles keinen Sinn zu machen/geben und wenn man dann mal „ehrlich“ ist kommt noch der Gedanke durch die Hirnwindungen gehuscht:

Wozu mache ich den ganze Käse eigentlich? Schließlich gibt es Menschen, die das um ein Vielfaches besser machen. Wem nutzt dieser Kram überhaupt? Wem nutze ich?

Wahrscheinlich geht es jedem Menschen irgendwann einmal so. Manchen häufiger anderen seltener – ich hoffe du gehörst zu letzterer Gruppe, aber das ist für diesen Beitrag völlig egal 😉

Selbst – ständige – Motivation (auch für Nicht-Selbständige)

motivationBesonders häufig scheint dieses Phänomen allerdings bei Selbständigen aufzutreten. Das liegt wahrscheinlich daran, dass hier keiner hinter einem steht und die Arbeit direkt beurteilt/lobt.

Ebenso dauert es länger, bis die investierte Arbeit Früchte trägt und man ein positives Feedback auf geleistete Arbeit bekommt.

Zu guter Letzt ist ein weiterer Grund, dass einem keiner aus dieser Antriebslosigkeit und „sinnlosen“ Sinnsuche heraus zwingt. So fehlt manchmal der Antrieb, sich selbst zu motivieren und einfach weiter zu machen.

Selbständige können versumpfen, sich richtig schön im Selbstmitleid suhlen und tausend Dinge tun, die um die wirklich Aufgaben herum führen. Es kommt keiner an den Schreibtisch und sagt irgendwann: Jetzt musst du das aber mal machen, sonst fliegst du raus.

Was jedoch nicht bedeutet, dass sich nicht auch Menschen in fester Anstellung durchaus nutzlos, antriebslos und als Verliere fühlen können. Nur hier gibt einem der Chef irgendwann einen auf’s „Dach“.

Ich stelle mir diese „was ist das, was ich tue überhaupt wert?“ – Frage ständig. Mal mehr, mal weniger, mal kritischer mal verspielter. Eine Antwort habe ich noch nicht gefunden – werde ich wohl auch nicht, die Frage ist jedoch in welchem Maße mich das „nicht finden“ vom „Tun“ und „Leben“ abhält.

Das Verlierer-Gefühl oder sich für sich schämen?

Die letzte Woche war wieder etwas dramatischer angehaucht in meiner Fragestellung bezüglich meiner Arbeit und lustiger Weise habe ich genau in dieser Stimmung dann einen Artikel zum Thema Motivation und „Verlierer – Gefühl“ Marie Forleo gelesen, der 4 Schritte beinhaltet, welche ich häufig aus Intuition heraus selbst getan habe (weil mir nichts anderes zu tun blieb).

Hier also kurz in meinen Worten:

Nr. 1 – Sage die Wahrheit …

Bemerkung: an alle da draußen, die jetzt gleich wieder rufen: „Was ist schon Wahrheit?“ und mir mit dem Konstruktivismus kommen: Nimm einfach DEINE Wahrheit!
Also: sage DEINE Wahrheit! Gestehe dir deine Wahrheit ein und sei auch ehrlich zu deinen Mitmenschen.

Es gibt (fast) nichts Schlimmeres, als sich für sich selbst zu schämen. Fast alle haben irgendwann eine solche Phase in ihrem Leben. Das tut verdammt weh. Das Gefühl bohrt sich in jede Körperzelle und am Ende bleibt die Wahrnehmung der absoluten Wertlosigkeit. Das Business läuft vielleicht nicht so gut, man hat vielleicht nicht das Geld, um mit dem Freundeskreis mitzuhalten, man ist der Mensch mit dem scheinbar langweiligsten Job oder man hat erst gar keinen, die Abschlussnote ist unterdurchschnittlich, die Prüfung versemmelt, keinen Partner, kein Geld, kein Glück … was auch immer es ist ….

ABER VORSICHT: WICHTIG!!!!

Ehrlich sein bedeutet nicht in der Opfer-Haltung (alles sind gegen mich, ich bin so gebeutelt, alles ist schlecht etc.) zu verharren und darauf zu hoffen, von anderen aus dem Emotionstief gerettet zu werden … zu sagen „Es läuft nicht so gut, ich brauche Hilfe“ ist eine ganz andere Nummer!

Was tun die meisten Menschen dann fast reflexartig?

Sie belügen sich und ihr Umfeld. Naja, mehr noch das Umfeld! Wahrscheinlich in der Hoffnung sich selbst damit die Lüge glaubhaft zu machen. Bis zu einem gewissen Grad funktioniert sowas auch hervorragend. Doch das ist tieeeeeeeerisch anstrengend und führt nur dazu, dass alle um einen herum glauben, alles sei in bester Ordnung. Wie soll einem da jemand zu Hilfe eilen, neue Ideen einwerfen, einem bei der Jobsuche helfen oder Tipps zum besseren Lernen geben?

Wenn es uns schlecht geht sind wir meist zu schwach und unmotiviert uns selbst zu helfen, wir brauchen also andere Menschen, dazu müssen wir ehrlich mit ihnen kommunizieren.

Nr. 2 – Raus mit dir!

Treffe Menschen, umgib dich mich anderen Menschen, tausche dich aus, spreche mit anderen, gehe aus, sei gesellig! Mit wem sollen wir ehrlich kommunizieren, wenn wir und lieber in unserer Bude verschanzen und Trübsal blasen? Mit Leuten in Verbindung zu sein setzt voraus dass man sich unter Leute begibt.

Nr.3 – Tu was!

Wiedermal die Zauberformel >>> AKTION!
Dabei ist es erst einmal völlig egal, was du tust. Dabei ist völlig gleichgültig, ob es etwas mit deinem momentanen „Problem“ zu tun hat. Tu einfach IRGENDWAS!

Lies ein Buch, besuche eine Seminar, treffe dich mit alten Bekannten, lerne eine Sprache die du schon immer lernen wolltest … werde aktiv. So bekommst du wieder eine Referenz dafür, wie es ist aktiv zu sein und wie es sich anfühlt erfolgreich zu sein – egal wie „unwichtig“ der Erfolg scheint. Am besten du stellst dazu den inneren Kritiker aus, der jetzt schon wieder sagt: „Als ob mit einem Freund zu telefonieren etwas wäre, was mit Erfolg und Vorankommen zu tun hat?!“

Ich muss gestehen, ich habe den ersten Jahren meiner Selbständigkeit häufiger solche Phasen gehabt und glücklicher Weise habe ich immer dann reflexartig mit „ICH WILL SPASS“ reagiert, wenn ich nicht mehr weiter wusste. Ich habe (unter anderem) einen Torten-Dekorier-Kurs besucht, habe mir ein Einklebebuch zugelegt um mit „Scrapbooking„zu beginnen und habe meine Sportbootführerschein gemacht … Wozu? EINFACH SO, weil ich das schon immer mal machen wollte ! ! !

Nr. 4 – Liebe was du tust oder tu‘ zumindest so!

Vergiss Motivation und warte nicht auf deinen perfekten emotionalen Zustand, den perfekten Moment, eine „gute“ Gelegenheit. Dein Leben ist JETZT!

Wenn man tut was einem Spaß macht geht man anders auf Menschen zu, man wird anders wahrgenommen und auf einmal ergeben sich ganz andere Gelegenheiten, öffnen sich andere Türen und hat man ganz andere Chancen …

Auch wenn ich hiermit NULL Recht haben sollte – hast du dennoch dazu gewonnen! Also lohnt sich ein Versuch. 😉

Viel Spaß

Was sagst Du?