Die Magie der Pause

Oftmals ist man genau dann unter Druck, gestresst oder weiß nicht, wo man beginnen soll, wenn es einem eigentlich am wenigsten passt. Plötzlich können viele Ideen genau so hinderlich sein, wie keine Ideen. Viele Menschen (ich wage zu behaupten jeder) tun sich dann nämlich genau so schwer damit, etwas zu beginnen. Was tun um eine Richtung zu bekommen, weiter zu machen? Kreativ zu werden? Am Ball zu bleiben, motiviert zu bleiben? Oder sich für etwas zu entscheiden, womit man beginnen kann? Was tun um sich aus der Druck-Falle zu befreien?

Die Suche nach einer Lösung

Die letzten Tage habe ich etwas getan, was ich mir die letzten Monate nicht wirklich erlaubt habe: PAUSE.

Wenn es mir in den letzten Tagen zu viel wurde und ich mit dem selbst auferlegten Druck „jetzt musst du aber wirklich XYYZ tun“ nicht mehr weiter gekommen bin, habe ich den Rechner zugeklappt, mich auf den Boden gelegt und Löcher in die Luft gestarrt.

Was passierte:

Erst bin ich nervös, dann werde ich gleich darauf böse auf mich und richtig ungeduldig. Das schwingt dann auch recht schnell um darauf, dass ich wütend bin richtig ärgerlich – WIE KANNST DU DIR DAS ERLAUBEN?
Ich stehe also wieder auf und versuche etwas „sinnvolles“ zu tun und bemerke, dass ich nervös und wütend bleibe und ich kann mir gar nicht erklären woher das kommt. MIST, denke ich und legte mich wieder hin! So macht arbeiten ja sowieso keinen Sinn.

Ich überlegte mir, wie ich produktiver werden kann. Wie ich schneller arbeiten kann, überlege mir Marketingstrategien, spiele Ideen durch und vieles mehr. Dann springe ich doch auf und arbeite weiter.

„Das wird ja doch nichts“

Jetzt ist alles ganz furchtbar: Die Frösche im Gartenteich der Nachbarn, die zwitschernden Vögel, die Nachbarskinder die quietschend vor Glück und Freude auf dem Trampolin auf und ab springen … „ich würde am liebsten SCHREIEN“ ist mein Impuls. „Dann tue’s doch“ höre ich plötzlich meine innere Stimme sagen und dann beginnt mein innerer Dialog:

Warum tust du es nicht einfach?
Was soll mir Schreien bringe?
Keine Ahnung, aber du hast die Chance es zu erfahren, wenn du es tust und was passiert schon wenn du es machst? Wenn es nichts bringt kannst du dich ja wieder hinlegen und weiter die Frösche hassen.

Was jetzt?

Ich stehe also auf und …. nichts!

ÄÄÄÄÄÄÄhmm wie fange ich so etwas an? Einfach los? Ich mach‘ erst mal Musik an.

Gut … Musik läuft, ich singe mit, laut, dann lauter, ich drehe die Musik, die aus den Boxen scheppert jetzt auch etwas lauter und beginne zu hüpfen, weil ich mich gerade danach fühle. Gleich geht’s los! Gerade als ich beginnen möchte zu Schreien kommt etwas anderes >>>Tränen!

Ich „singe“ weiter … die Worte machen keinen Sinn, mit Musik hat das schon lange nichts mehr zu tun, aber es fühlt sich gut an. Ich schluchze, weine, drehe mich dabei, bewege meine Arme und atme nach einigen gefühlten Minuten dieses Spektakels dann einmal kräftig durch, was meine Tränen unterbricht.

PAUSE.

Ich mache die Musik aus. Die Uhr zeigt statt der gefühlten Minute eine vergangene Stunde.

Die Kinder sind ruhig, die Frösche höre ich nicht mehr, die Vögel zwitschern noch immer aber wen stört das? Ich hab mich wieder hingelegt, denn ich bin erschöpft. Einige Minuten liege ich noch da und atme ein und aus und starre wieder Löcher in die Gegend, jetzt bin ich allerdings ganz ruhig.

Dann klingelt mein Telefon und unerwartet meldet sich eine mir bekannte Stimme am anderen Ende – „hör mal, ich muss dir etwas erzählen … “ nach einigen Minuten habe ich plötzlich wieder einen Plan für die nächsten Wochen und meine To Do Liste für den Tag arbeite ich anschließend auch noch so nebenbei ab … bemerkenswert. Hätte ich mir diese Stunde Pause mit mir doch schon vor einer Woche gegönnt….

Was sagst Du?