Über Geld spricht man nicht

Geld ist ein Tabuthema, zumindest in Deutschland. Das beginnt schon damit, dass Gehälter häufig geheimer gehalten werden als eine vertrauliche Information eines Freundes. Sucht man in den USA nach einer Stelle, wird einem das Jahresgehalt, im Gegensatz zu Deutschland, oft sogar schon in der Stellenanzeige präsentiert.

Jeder von uns hat mit Geld zu tun und dennoch tun wir so, als sei es eine weitere „schönste Nebensache der Welt“. So weit richtig! Alles kann zur „Nebensache“ werden, wenn man genug davon hat.

Jetzt aber mal Hand auf’s Herz! Geld ist für die wenigsten Menschen eine Nebensache, sondern eher ein täglicher Begleiter, und zwar in Form von Sorgen, oder?

Aussagen wie: „Am Ende des Geldes noch so viel Monat“ hat sicher jeder schon einmal gehört, einige vielleicht auch schon selbst ausgesprochen.

Wir haben in Bezug auf Geld vor allem gelernt, den Schein zu wahren und dafür, wenn es sein muss, unser letztes Hemd zu geben. Es fühlt sich auch nicht besonders gut an die mitleidsvollen Blicke zu ernten, wenn man gerade offen zugegeben hat „Das kann ich mir (momentan) nicht leisten“.

Doch warum ist das eigentlich so schlimm? Warum ist Geld so ein „komisches“ Thema und warum reden wir so wenig darüber? Warum wird uns in der Schule nichts über den Umgang mit Geld beigebracht und warum lassen sich Menschen mit finanziellen Problemen häufig erst dann helfen, wenn es schon zu spät ist? Warum boomen Multilevel Marketing Geschäfte? Was reizt am schnellen Geld und was bedeutet Geld uns eigentlich? Warum ist Lotto so erfolgreich? Jeder will scheinbar Geld haben aber keine möchte darüber sprechen. Wer es tut ist „geldgeil“, „unsozial“ und „gierig“ … oder? Woher kommt dieser Glaube und wer hat uns das beigebracht?

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