verlasse dich auf dein „Inneres“

Sicherlich hast Du schon einmal Geschichten gehört von Müttern, die fast schon übernatürliche Kräfte entwickeln, um ihre Kinder zu retten, Menschen die schnell laufen können, wenn ihr Leben davon abhängt usw. Komischer Weise bleiben das auch für diese Menschen oft eine einmalige Erfahrungen. Warum?

Das kann ich nicht …

Diese Aussage ist wohl die größte Hürde, die wir überwinden müssen. „Eigentlich ist das ja gar nicht möglich! Zufall! Das schaffe ich kein zweites Mal“ … sind Ausreden, die wir auch dann noch in uns finden, wenn wir uns das Gegenteil längst schon mindestens einmal bewiesen haben. Dabei ist auf uns immer Verlass, wenn wir uns Vertrauen! Leider gelingt und das irgendwie nicht permanent. Druck von außen, Angst, Vorurteile und Behauptungen verunsichern und blockieren uns. Das Doofe an der Aufforderung „vertraue Dir“ ist, dass auch dieser Satz wieder durch den Kopf und über den Verstand läuft und somit wieder eine Anweisung auf Druck ist. Es gelingen uns viele Dinge dann, wenn sie einfach passieren, wenn wir nicht darüber nachdenken oder den einen richtigen Handlungsweg finden wollen.

Viele Wege führen nach Rom

Das bedeutet nicht, dass wir völlig planlos durch die Welt wandeln sollen. Im Gegenteil. Eine Richtung bzw. ein Ziel ist wichtig. Es führt jedoch mehr als eine Straße nach Rom und wir können uns entweder starr für eine Route entscheiden und nicht davon abweichen, oder wir können bei der Reise zum Ziel flexibel bleiben, sodass uns die richtige, geeignetste Route „finden“ bzw. erreichen kann. Das Ergebnis bleibt „in Rom ankommen“, aber vielleicht bist du weniger erschöpft, wenn du ankommst, wenn Du Dich etwas mehr treiben lässt.

Mit dem Strom schwimmen

Viele Menschen haben sich antrainiert gegen den Strom zu schwimmen, da „mit dem Strom“ zu schwimmen häufig als etwas Schlechtes dargestellt wird. Betrachten wir das doch einfach mal praktisch: Warum haben wir das Gefühl, dass wir unser Leben mit einem enormen Kraftaufwand leben sollten? Warum sollte alles anstrengend, schwer und ermüdend sein? Was ist der Sinn davon stets zu kämpfen, sich zu quälen und für die kleinste Fortbewegung ackern zu müssen? Haben wir wirklich nur so Erfolg im Leben? Ist das unsere Definition von Erfolg?

Durch diesen Eindruck haben wir uns teilweise sehr weit von unserer Intuition entfernt und handeln häufig entgegen unserer inneren Stimme, denn „So einfach kann die Lösung ja nicht sein“?! Und dann wundern wir uns, dass manche Erfindungen so „genial einfach“ sind, dass jeder hätte darauf kommen können … aber viele von uns sind einfach zu beschäftigt etwas „sehr Besonderes“, etwas „Außergewöhnliches“ etwas „schwer zu Entdeckendes“ zu erkennen und vernebeln sich somit gekonnt den Blick.

Loslassen – das klappt schon

So oder so, wissen wir nie im Voraus, ob uns etwas gelingt oder nicht. Möglichst viele Versuche zu starten und stets mehr Vertrauen in die eigenen Gefühle, den eigenen Körper und die Intuition zu entwickeln ist jedoch das einzig Mögliche, um sich von der Stelle zu bewegen (mit oder gegen den Strom). Versuche können nur neu starten, wenn man Altes loslässt. Wer noch krampfhaft an einem alten Experiment festhält, das fehlgeschlagen ist, wird auf Dauer keine neuen Ziele erreichen. Hör manchmal einfach auf zu denken und verbinde Dich mehr mit einem Gefühl oder trete in Aktion … DAS liefert Ergebnisse – das Hirn liefert nur Theorien.

Laufe!

Beginnst Du zu „laufen“, also trittst in Aktion, kannst Du Ergebnisse sehen und justieren. Das mag sich anfangs, wie das Fahrradfahren oder Laufen lernen, schräg anfühlen, doch bist Du erst über die ersten Versuche hinweg, eröffnen sich Dir ganz neue Möglichkeiten!

Mir ist es vor Kurzem wie Schuppen von den Augen gefallen, als sich beim Gesangsunterricht einfach nicht der richtige Ton einstellen wollte. Stimmt! Der TON wollte nicht, weil ich dafür umso mehr wollte! Ich hatte mir ganz klar in meinem Kopf zusammengestrickt, wie ich diesen Ton formen soll/kann und wunderte mich, als nicht mal ein annährend klingender Ton meinen Mund verließ. Statt etwas anderes zu versuchen, presste ich über mehrere Minuten Luft durch meinen Kehlkopf, bis ich schließlich beschloss „Ich kann das nicht“! Wie gut, dass meine Lehrerin sich mit dieser Aussage nicht zufrieden geben wollte und in die Trickkiste griff. Sie lenkte mich ab, in dem ich die Stelle schneller und unter Zuhilfenahme unterschiedlicher Sportgeräte singen musste und schupps…. auf einmal war er da. Klar, klingend und erkennbar.

Ablenkung ist manchmal gar nicht so schlecht

Konzentriert man sich zu sehr auf etwas und bleibt dadurch stecken, ist die beste Methode oft Ablenkung. Etwas anderes tun, neue Impulse wahrnehmen und dadurch die festgefahrene Struktur aufdröseln. Versuch es doch beim nächsten Mal einfach, wenn Du das Gefühl hast, mal wieder auf der Stelle zu treten und Du Dir sagst: „DAS kann ich nicht!“

Das wollen wir doch mal sehen!

Was sagst Du?