Einfach mal verrückt sein

Einige Menschen scheinen sich in Ihrem Leben zu langweilen. Sie beschweren sich, dass nicht genug passiert, sie in einer täglichen Routine gefangen sind, der sie nur schwer entrinnen können und plötzlich jagt eine Entschuldigung die nächste. Der Job ist öde, die Kollegen langweilig, die Menschen, die man trifft, sind nur an oberflächlichem Smalltalk interessiert und irgendwie ist sowieso alles nur ein Aufrechterhalten und Ankratzen von menschlichen Fassaden. Wie bereit sind wir aber selbst, diesen Alltag zu verändern, den Smalltalk zu durchbrechen, die eigene Fassade abzulegen und angenehmes Gespannt sein, Aufregung und Spaß in das eigene Leben zu bringen?

Eigentlich ist das gar nicht schwer, allerdings kann sich das für einige von uns erst mal etwas wirr, unangenehm oder sogar verrückt anfühlen und was sagen da die Anderen?

Einen Automatismus zu durchbrechen verlangt Aktion

Wie oft läufst Du durch die Straßen und eine attraktive Person läuft Dir über den Weg? Wie oft bleibst Du dann stehen oder gehst auf diese Person zu und äußerst etwas wie:

„WOW, Du siehst wirklich schön aus!“

Oder ist dir schon einmal passiert, dass Du Blickkontakt mit jemandem hattest, zum Beispiel in der Bahn, während Du auf den Bus wartest oder auf der anderen Seite der Kühltruhe im Supermarkt? Wie oft senken wir unseren Blick dann einfach oder drehen uns verschüchtert um und hoffen innerlich, es wäre schnell genug gewesen, sodass der andere es ja nicht bemerkt?

Der Hollywoodeffekt

Das mag etwas „hollywoodig“ klingen, aber wenn ich eine Geschichte höre, in der jemand den Blicken standgehalten hat, sich auf den Weg um die Gefriertruhe herum gemacht hat, das Kompliment ausgesprochen hat oder gefragt hat: „Hättest Du Lust auf einen Kaffee ich würde mich gerne mit Dir unterhalten“, dann löst das bei mir Bewunderung und Freude aus.

Freude darüber, dass es Menschen gibt, die Chancen nicht einfach verstreichen lassen, ihre innere Stimme nicht ständig übergehen, Experimente wagen und gewillt sind etwas verrückt zu sein um etwas mehr Nähe zu schaffen.

Dabei geht es gar nicht um ausschließlich romantische Begegnungen – ich finde es ebenso spannend, wenn man sich begegnet weil man sich über ein Buch oder einen Zeitungsartikel austauscht und sich dann nie wieder sieht.

Offenheit Menschen gegenüber und Mut zu Spontaneität und Neugier

Gerade hat man sich noch beschwert dass es fast unmöglich ist neue Menschen kennenzulernen und dass der Job langweilig ist, doch plötzlich ist man nicht gewillt seine Mittagspause einmal um einen Kaffee zu verlängern, weil der Moment JETZT ist und was könnte der Chef denken? Wenn es WIRKLICH nicht geht, reicht es aber noch immer um Telefonnummern auszutauschen oder sich für einen anderen Zeitpunkt zu verabreden – dir Frage ist nur ob man DANN nicht schon zu viele Erwartungen an eine Situation knüpft.

Und wenn schon

Wenn ich einmal für mich analysiere, warum ich häufig nicht auf jemanden zugehe oder jemanden anspreche, dann weil ich mir vorher schon die Reaktion des anderen ausmale oder Angst habe missverstanden zu werden. Überlege ich mir z.B. einer Frau ein Kompliment zu machen, denke ich vorher darüber nach, ob sie das nicht falsch verstehen könnte und glauben könnte ich mache sie an. Allein dieser Gedanke löst eine Kettenreaktion an Gedanken aus: Was ist, wenn Sie auf Frauen steht und es als Anmache versteht und sie womöglich darauf eingeht und ich sie dann aber direkt enttäuschen müsste?! Was wenn sie nicht auf Frauen steht und sich angegraben fühlt und das Kompliment genau das Gegenteil bewirkt von „sich gut fühlen“? Was wenn sie sagt: „Ich weiß dass ich hübsch bin, aber das ist im Vergleich zu Dir auch nicht schwer?“ wie würde ICH mich dann fühlen? ….

Sind diese Gedanken wichtig?

Diese Art von Gedanken sind für den eigentlichen Impuls, mit jemandem in Verbindung zu treten, eher unerheblich. Sie sind jedoch wesentlich bzw. interessant um sich selbst etwas besser kennen zu lernen. Höre also genau hin, welche Fragen Du Dir in solchen Situationen stellst und welche Ausreden Du findest um diesen Moment verstreichen zu lassen.

Du wirst es nicht wissen! Was wäre wenn …. ?

Du kannst Dich also Deinen Gedanken hingeben und Dich analysieren. Das kann durchaus auch sehr interessant sein, aber Du wirst keine realen Antworten für Dich finden. Was wäre wenn sie Dich anschreit? Was wäre, wenn er der Mann Deines Lebens ist? Was wäre, wenn sich herausstellt dass Dein neuer Chef mit Deinem Traumjob gerade vor Dir steht? Deine neue beste Freundin … Was wäre wenn ….? Was wäre, wenn Du den eben vor Dir liegenden X- Euro Schein aufhebst und tatsächlich „Versteckte Kamera“ dahinter steckt und dich veräppelt?!

Lebe in Deiner geschaffenen Realität

Sobald Du diesen Impulsen einmal nachgehst kommen Antworten und Situationen zu Stande die dein Leben formen und dann ergeben sich häufig neue Möglichkeiten, die Du Dir nicht einmal hättest erträumen können. Ist das nicht viel spannender?

Also sei einfach mal verrückt, höre auf Deine innere Stimme und die Ideen die Dir durch den Kopf gehen und trete hier und da etwas häufiger in Aktion und schreibe Lebensgeschichte. Bringe sie auf Papier, sichtbar und für Dich real, statt sie ständig im Kopf neu zu erfinden und sie damit nicht für andere lesbar und teilbar zu machen. Lass andere mitgestalten.

Das lustige daran ist, dass sich so häufig auch Lösungen und Antworten auf Fragen ergeben, die auf den ersten Blick mit diesem Augenblick nichts zu tun haben. Eine Prise Verrücktheit schafft, dass Du Deine Sichtweise „verrückst“. Wozu das gut sein soll? Für neue Möglichkeiten. Wenn Du also gerade Antworten oder Lösungen suchst, sei „verrückt“ denn nur so kannst Du festgetrampelte Wege verlassen und eine neue Perspektive gewinnen.

Es lohnt sich das auszuprobieren. Es macht das Leben lebendig.

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