Verwirrung ist …

Für viele Menschen ein unangenehmer Zustand. Aber was ist Verwirrung eigentlich? Ist Verwirrung gut oder schlecht? Warum sind wir manchmal (oder auch häufiger verwirrt)? Was machen wir, wenn wir verwirrt sind und wie legt sich diese Verwirrung wieder? Oder muss/sollte sie das überhaupt? Lässt sie sich vielleicht „entwirren“?

Definitionen

Auch Tante Google und Onkel Wikipedia sind auf diesem Sektor eher ratlos. Viele Einträge, aber so eine wirkliche Definition gibt es nicht. Was ich fand, war die Definition von Chaos, was als Synonym verwendet wird. Laut Wikipedia leitet sich der Wortursprung vom griechischen Verb χαίνω („klaffen, gähnen“) ab, was ursprünglich so viel bedeutet wie „klaffender Raum“, „gähnende Leere“, „Kluft“. Gähnende Leere ist, glaube ich, jedoch das Letzte, was ich persönlich mit Chaos oder Verwirrung verbinde. Verwirrung ist doch eigentlich ein Über-Fülle an Informationen die einen überfordern, oder? So dachte ich.

Synonym

Hiermit kam ich der Sache schon näher:  „Das Chaos (deutsche Aussprache [ˈkaːɔs], vom griechischen χάος oder cháos) ist ein Zustand vollständiger Unordnung oder Verwirrung und damit der Gegenbegriff zu Kosmos, dem griechischen Begriff für die (Welt-)Ordnung oder das Universum. […] Chaos bezeichnet in der Alltagssprache Unordnung, das Gewirr, das Durcheinander (etwa eines unaufgeräumten Zimmers).“

Emotionen und Bilder

Soweit kann ich dem Zustimmen. Jedoch ist für mich Verwirrung eher ein Gefühlszustand, der aus einer mentalen Ungeordnetheit resultiert. Ein Zustand des nicht Wissens, nicht greifen Könnens und eine Art Ratlosigkeit, was Handlungen betrifft.

Bildlich ist Verwirrung vielleicht, wie ein Raum in dem lauter Zettel mit Themen und Begriffen umherschwirren und zwar um einen Hauptzettel (ein Grundthema) herum. Würde man diesen Hauptzettel greifen können, würden alle anderen Themen und Begriffe sofort an ihren Platz fallen und es würden geordnete Papierhäufchen übrig bleiben.

Es könnte aber auch eine Tüte mit verworrenen Wollfäden sein, die sich in sortierte Knäuele entwirren, wenn man den Anfang eines jeden Fadens erst einmal in der Hand hat.

Verwirrt?

Verwirrung ist erst mal unangenehm, weil man irgendwie auf der Stelle tritt. Um bei dem oberen Bild zu bleiben: Man nimmt einen Zettel in die Hand und betrachtet ihn und irgendwie scheinen um einen herum noch mehr Zettel entstanden zu sein. Oder alle Zettel, die zu diesem Thema gehören kleben sich gebündelt wie, Post It’s, auf einen drauf und man weiß gar nicht, wo man beginnen soll sich davon zu befreien.

Zuerst verwirren sich die Worte, dann verwirren sich die Begriffe, und schließlich verwirren sich die Sachen.“ Chinesische Weisheit

Verwirrung = Gut oder schlecht?

Bei meiner Recherche über Verwirrung stieß ich auf interessante Artikel zum Thema und dabei fiel klar auf, dass wir Verwirrung als etwas Lästiges, Fehlerhaftes, Störendes und Meidungswürdiges halten. Sogar der Vergleich zu Sünde und dem Teufel, als Sinnbild für das Böse (“Diabolous“ = “der durcheinander wirft”, der “Verwirrer”) wird an einigen Stellen gezogen. Doch was ist so „böse“ und „schlecht“ an Verwirrung?

Verwirrung bremst im Vorankommen, Verwirrung macht handlungsunfähig, ziellos, planlos und wird daher häufig als Ursache für Misserfolg und die Nichterreichung von Zielen gesehen. Aber ist das wirklich so?

Das gute an Verwirrung:

Verwirrung ist, trotz eines ungewohnten und an Überforderung grenzenden Gefühls, auch etwas Befreiendes, Erbauendes, Wertvolles und etwas das zu Wachstum beiträgt. Verwirrung kann total Spaß machen, wenn man sich ihr hingibt. Dann kennst Du eben heute mal nicht den richtigen Weg? Oder 1000 von Zetteln hängen an Dir fest? Na und? Könnte doch auch eine Chance sein etwas zu erleben und zu erfahren, das normalerweise außerhalb des Wahrnehmungsfelds liegt, wenn wir völlig klar auf ein Ziel zusteuern!

Außerdem ist Verwirrung ein sehr aktiver, energiegeladener Zustand, ebenso wie Wut auch, den man durchaus umleiten und produktiv nutzen kann. Verwirrung bietet schnelle Veränderung und kann daher Auslöser für Quantensprünge in der eigenen Entwicklung und im Erreichen der eigenen Ziele sein, auch wenn sie erst einmal bremst oder es schlimmer zu machen scheint.

Aufräumen und was das mit Verwirrung zu tun hat?

Erinnere Dich an Deine letzte Aufräumaktion? Wie lief das ab oder wie sieht das aus? Packst du alles ordentlich von A nach B oder scheint Dir das Chaos und die Unordnung erst noch ein wenige schlimmer zu werden, bevor alles ordentlich an seinen Platz fällt?

Wenn ich meinen Schrank ausmiste/aufräume dann landet erst einmal jedes Teil auf dem Fußboden – alles wird sichtbar und auch wenn die Unordnung dadurch vordergründig erst einmal schlimmer geworden ist, so wird mit dieser Vorgehensweise erst einmal alles sichtbar und greifbar was sich im Schrank befindet. Dann wird sortiert und ich kann erst wieder aufhören, wenn hinterher wieder alles Brauchbare mehr oder weniger geordnet im Schrank ist. Unbrauchbares fliegt … dann muss ich es auch nicht mehr zusammenlegen.

Wie befreie ich mich wieder von Verwirrung?

Beim Zustand der Verwirrung ist alles in Bewegung. Das ist genau was Verwirrung ausmacht. Was dabei hilft, sich klarer zu werden und den Schrank wieder ordentlich einzuräumen, ist wenn man sich jedes Teil einzeln vornimmt!

Wenn Dir die Verwirrung zu viel wird, entscheide Dich einfach für einen Deiner übergeordneten Werte als Richtlinie oder für ein Ergebnis … Egal wie du es tust, halte einfach ein Puzzleteil fest und platziere die andere Teile um dieses erste Stück. Verwirrung endet mit Festlegung und Entscheidungen!

Entscheide Dich mit einem Teil zu beginnen, auf das die Ordnung aufbauen soll. Wie eine Art Fundament, auf das ein Hause gebaut wird. Dann halte Dich daran bis das Haus steht! Wenn du zwischenzeitlich das Fundament veränderst, bricht das Haus ohne Ergebnis ein. Die nächste Verwirrung wird vielleicht kommen und das Haus komplett einreißen oder nur ein Stockwerk oder du ziehst eben um … alles nicht tragisch, aber zwischenzeitlich war etwas Ordnung und Stuktur da sodass Du einige Schritte vorwärts gehen konntest. 

Mehr Spaß machen Verwirrungen also, wenn sie sich abwechseln mit vollendeten Projekten, Konstrukten und erreichten Ziele. Denn so erfrischend, energetisch und „erleuchtend“ so eine Verwirrung sein kann, ist sie nun mal kein guter Dauerzustand, wenn Du etwas in Deinem Leben erreichen möchtest.

Yin Yang des Lebens – Dualität ist bereichernd.

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