Alle Glaubenssätze sind dienlich, fragt sich nur bei was!

Wenn du schon einmal von Glaubenssätzen gehört oder dich damit beschäftigt hast, dann kennst du sicherlich auch die Einteilung selbiger in „förderliche“ und „hinderliche“ Glaubenssätze. Ich möchte heute mal die Behauptung in den Raum werfen, dass alle Glaubenssätze dienlich sind wenn wir ehrlich mit uns sind.

Was sind Glaubenssätze

Für den Fall, dass du nicht weißt wovon ich spreche, hier eine kurze Erklärung: Glaubenssätze haben nicht unbedingt etwas mit Religion zu tun. Glaubenssätze sind universeller. Sie sagen etwas über deine „innere Wahrheit“ aus. Ok ohne Firlefanz sind es die Sätze, die du dir immer wieder innerlich sagst, ohne es zu bemerken, die du für wahr hältst. Man könnte sie als (Welt)Anschauung bezeichnen, die weder politisch noch religiös ist, sondern der ganz persönliche „Glaube“  darüber wie die Welt ist und funktioniert. Die persönliche Wahrheit darüber wie Dinge/Menschen/Situationen etc. sind.

Beispiel gefällig?

„Das Leben ist kein Ponyhof“, „Man kann nicht alles haben“, „Ich bin zu …. (hässlich, schüchtern, schön, schlank, dick, alt, jung, klein, groß, schlau, dumm ….)“, „Die Zeit rennt“, „Es geht immer noch besser“, „Erfolg braucht harte Arbeit“, „ohne Fleiß kein Preis“, „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, „Beziehungen sind schwierig“, „ich bin ein Glückspilz“, „ich habe immer Pech“ usw. … All diese Sätze sind sogenannte Glaubenssätze. Wenn du bei einem davon dachtest „aber das stimmt doch“ dann hast du diesen Glaubenssatz vermutlich selbst. Dabei ist es erstmal völlig egal ob du diesen Glaubenssatz für „gut“ oder „schlecht“ hältst. Das ist dann die weitere Unterteilung in „hinderliche“ und „förderliche“ Glaubenssätze. Beispielsweise zu glaube dass man ein Glückspilz ist wäre vermutlich eher „förderlich“ aber auch „Die Zeit rennt“ könnte je nach Betrachtungsweise dienlich für’s eigene Leben sein.

Gut oder schlecht? Es kommt darauf an!

Grundsätzlich habe wir bei Glaubenssätzen immer ein persönliches Urteil, ob wir diesen oder jeden als „gut“ oder „schlecht“ bewerten. Wie bei allem kommt es auch bei Glaubenssätzen darauf an. Jemand könnte meinen, dass es förderlich ist zu glauben „Zeit rennt“ weil man dann etwas aus seinem Leben macht und keine Zeit vertrödelt.
Ein andere könnte sich aber so „gehetzt“ fühlen. Glaubenssätze und deren Kategorisierung ist also etwas sehr persönliches.
Ich persönlich bin der Meinung, dass wir alles in unserem Leben tun und einrichten damit es uns hilft. 

Ich glaube also das auch unsere „hinderlichen“ Glaubensmuster uns irgendwann für irgendwas gedient haben, genau wie man Drogen nimmt, zu viel trinkt oder sich überfrisst, weil man daraus einen Mehrwert zieht. Auch wenn man rational weiß, dass das bescheuert und nicht sonderlich förderlich ist. Wichtig ist hier ehrlich zu sich zu sein bei der Beantwortung der Frage: Was bringt mir dieser Glaube?

Glaubenssätze umprogrammieren für ein besseres Leben

In Bereich der Persönlichkeitsentwicklung und „Lebensoptimierung“ spielen Glaubenssätze häufig eine zentrale Rolle. So geht man davon aus, dass man durch die Bewusstwerdung der Glaubenssätze den ersten Schritt zur „Umprogrammierung“ (Umtrainieren) schafft und damit sein Leben verbessern kann.

Wozu umprogrammieren?

Naja, Glaubenssätze sind die Basis für selbsterfüllende Prophezeiungen. Wenn ich etwas glaube/ von etwas überzeugt bin, suche ich Beweise dafür – oder kreiere sie sogar. Das ist super, solange es etwas ist, was ich als „gut“ bewerte.
Also zum Beispiel die Beweissuche für „Ich bin ein Glückspilz“.
Wenn ich aber laufend auf Beweisfang für „Ich habe immer Pech“ bin, kann das Leben ganz schön mies werden. Hier könnte es also Sinn machen, sich einen neuen „Glauben“ anzueignen.

Wie kann man Glaubenssätze umtrainieren?

Es gibt tatsächlich Trainer und Coaches die behaupten, es würde ausreichen, sich den Glaubenssatz bewusst zu machen, ihn umzukehren (das Gegenteil zu formulieren) und sich diesen Satz dann morgens im Spiegel 10-20 Mal aufzusagen. Wahlweise helfen dabei auch PostIt’s, die an den „neuen“ Satz erinnern und andere „Techniken“ dieser Art.
Jo,kann man machen. Schaden tut es vermutlich nicht, aber ich finde das zu banal um etwas „loszuwerden“ was mein System sich in guter Absicht für mich angeeignet hat, aber das ich auch nur ein Glaubenssatz! 🙂 Hier noch weitere Ideen dazu. 

Beispiel: Ich bin nicht gut genug

Am Beispiel: „Ich bin nicht gut genug“.
Hat man diese Idee von sich, finden sich sicherlich einige Beweise dafür, wann und wo das nicht stimmt. Diese zu sammeln hat sich für mich als hilfreich herausgestellt. Also wann war ich gut genug. Beweise bitte!
Jeder hat zum beispiel mal eine gute Note geschrieben, das würde als Nachweis schon ausreichen.
Dann wäre es hilfreich sich zu fragen, was „gut genug“ eigentlich bedeutet und an was das gemessen wird.
Wer sagt das eigentlich?

Diese Fragen finde ich viel spannender, als den Satz einfach stupide zu nehmen und ihn in „ich bin gut (genug)“ zu verwandeln, um ihn mir dann im Spiegel vorsagen zu können.

Alle Glaubenssätze dienen mir

Mir hilft es, mir bewusst zu machen, dass Glaubenssätze dienlich sind.
Immer. Manchmal weiß ich nur nicht mehr wofür sie gut sind. Da hilft tatsächlich oftmals schon eine Bewusstwerdung für eine Änderung.
Manchmal braucht es aber auch einen Ersatz. Also einen neuen Weg für meine Seele/Psyche, um das zu erreichen wobei mir der Glaubenssatz helfen will.
Damit kann ich schon mal eine versönlichere Haltung zu mir einnehmen, was oftmals nicht gegeben ist, wenn wir unseren „hinderlichen Sätzen“ auf die Schlichte kommen. Mir hilft es dann oft schon Gegenteilige Beweise zu finden um etwas innerlich zu verändern, falls ich nach meiner Frage „was bringt mir der Glaubenssatz“ entschieden habe, dass ich ihn verändern will.

Wie dient es mir also, wenn ich zum Beispiel behaupte ich sei „zu alt, jung, hässlich etc.?“.
Es ist oftmals leichter als weiter zu denken, härter zu trainieren oder einfach zuzugeben dass es einem nicht so wichtig ist.

Nicht übertreiben!

Wozu eigentlich diese Daueroptimierung? Man muss es auch nicht übertreiben mit dem „perfekten Leben“.
„Ich muss nicht perfekt sein“ ist ein hilfreicher Glaubenssatz, der sehr entspannend sein kann!
Randnotiz: Keine Angst vor Verneinungen! Alle NLPler, die sich auf einen stürzen, wenn man das Wörtchen „Nicht“ verwendet haben den Gong nicht gehört. 

Aber wie kommt ich meinen Glaubenssätzen auf die Spur?

Vielleicht fällt dir durch das ein oder andere schon genannte Beispiel einer deiner Glaubenssätze ein.
Wie kann man sich seiner Glaubenssätze aber bewusst werden, vor allem derer, die man loslassen, verändern oder zumindest mal anschauen will?

Diese Fragen helfen:

  1. Welche Verallgemeinerungen verwende ich häufig?
  2. Welche Sprüche oder Redewendungen benutzt ich häufig oder habe ich in der Kindheit oft gehört?
  3. Wo in meinem Leben erschaffe ich immer wieder Ergebnisse, die mir nicht gefallen und welche Ideen/Vorstellungen habe ich intern dazu? In welchem Bereich läuft es gut und welche „Geschichte“ erzähle ich mir da, die offenbar „gute“ Ergebnisse bring?

Mein Tipp: Finde deine Glaubenssätze heraus, um dich selbst kennenzulernen und dann frage dich: Was bringt es mir dass ich das glaube. Und dann bleibe neugierig und gehe auf Entdeckungsreise. Ohne Zwang und ohne Druck das jetzt verändern zu müssen aus Angst sonst dein Leben niemals in den Griff zu bekommen, niemals erfolgreich zu sein oder irgendeinen sonstigen Quatsch. Es gibt super viele Menschen die die bescheuertsten Glaubensmuster haben und dennoch in einer hervorragenden Partnerschaft leben oder Geld wie Heu haben. Wir sind Menschen und damit nun mal nicht perfekt und genau das brauchen wir für Wachstum.

Du wirst deine Glaubensmuster nie los! Also entspannt dich!

Auch wenn du deine Glaubenssätze ersetzt wirst du immer welche haben. Wir suchen immer innere Anleitung, Erklärung und Richtschnüre und legen uns daher immer irgendwas im Kopf zurecht. Gut und schlecht. Je schneller man sich damit abfindet, desto entspannter kann man sich punktuell den Themen widmen die wirklich wichtig sind.
Mit dem Rest geht man einfach professionell gelassen um 😉

Bleibe neugierig und sei immer mal offen für neue Blickwinkel. Damit hat man immer Freude im Leben auch wenn man sich dabei beobachtet wie man sich hier und da selbst das Bein stellt.

Erlebe deine Welt – denn die Welt liebt dich 🙂 (uiiii, was ein Glaubenssatz haha)

Deine Katha

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