Hinspüren – für das richtige Gefühls-Management

Heute kurz angeschnitten eine Gefühlsmanagement-Hilfe für dich, wenn du dich unsicher, leer, festgefahren, verwirrt oder verloren fühlst.

Management und Gefühle? Das scheint irgendwie schlecht zusammen zu passen, oder? Doch ist es nicht ein Gewinn (ggf. auch wirtschaftlich) wenn du durch genaueres Hinspüren dein Leben verbesserst? Lies und entscheide selbst!

Gefühle – diese kleinen Biester!

Man kann nicht mit und auch nicht ohne. So kommt mir das zumindest manchmal vor. Sie verwirren oft und sind so schwer greifbar. Fast wie Wollmäuse, die unter dem Bett hervorkommen sobald man das Fenster zum Lüften öffnet.

Da soll frischer Wind in die Bude kommen und der kommt – leider eben manchmal kalt und im ersten Augenblick wenig angenehm.

Ich bin heute morgen über eine Notiz gestolpert und die wollte ich mir dir teilen. Sie hat mein Weltbild für heute ein bisschen gerade gerückt und das konnte ich gut gebrauchen – du vielleicht auch.
Das seltsame an Gefühl ist für mich nämlich gar nicht, dass diese an sich irgendwie „schlimm“ sind (die Guten nehm‘ ich ja eh dankend an haha) – sondern dass sie wachsen und sich verändern und ich weiß manchmal gar nicht wie und wohin und dann mischt sich meist Angst zu allem und das fühlt sich einfach kacke an.

Gefühle und ihre Interpretation

Gefühle sind ja nicht einfach da um uns zu ärgern (Freude ist natürlich immer willkommen und muss nicht hinterfragt werden- haha) Gefühle haben einen Sinn – mag ich glauben. Sie wollen uns helfen zu wachsen. Mal ganz verkürzt gesagt.

Wenn ich mich also irgendwie „schlecht“ fühle, dann macht es durchaus Sinn die Botschaft dahinter zu suchen (nachdem ich das Gefühl auch ruhig mal eine Weile zugelassen, durchlebt und betrachtet habe ;)).

Hier eine kleine Idee, wie du das machen kannst:

Das ist nur eine Idee … häufig sind diese Gefühle zudem sehr eng beieinander und schwer auseinander zu halten.
Verwirrung, Unsicherheit und Verlorenheit sind für mich oft erst nach wirklichem „hinspüren“ auseinander zu halten und verschwimmen sofort wieder. Enttäuschung mix sich auch gerne zu allem und Angst auch.

Warum es sich lohnt mal genauer „hinzuspüren“?

Man könnte ja sagen: „Ist doch egal, was interessiert mich ob das, was ich spüre, gerade Verwirrung, Unsicherheit oder Verlorenheit ist?“ Naja … das „Problem“ am Unwissen stelle ich mir immer vor wie das Hammer-Nagel Problem. Wenn ich einen Nagel in die Wand schlagen möchte ist der Hammer das passende Werkzeug, wenn ich aber ein kleines Loch bohren will ist vielleicht ein Bohrer besser als der Hammer. Will sagen: Um mit Unsicherheit fertig zu werden, brauche ich vielleicht ein anderes Werkzeug als bei Verwirrung. Wenn ich wütend bin nützt Schreien vielleicht, wenn ich aber Angst habe ist rumbrüllen vielleicht gerade der Hammer für das kleine Loch in der Wand, also nicht unbedingt hilfreich. Weder für mich noch meine Umwelt. Manchmal machen wir damit das Problem nur größter oder schlimmer. Denn plötzlich haben wir Streit, wo es eigentlich eine Umarmung bräuchte oder weitere Probleme wo wir eigentlich Lösungen wollten.

Daher lohnt es sich etwas genauer zu spüren und sich etwas besser zu „einzutunen“. Denn wenn du weißt wie du dich fühlst, kannst du viel leichter das passende Werkzeug finden um einen Zustand zu erreichen den du haben willst.

Übergehe deine Gefühle nicht – Kleines Beispiel gefällig?

Gestern habe ich beim Nachhause kommen bemerkt, dass über’s Wochenende ein lustiger Menschen (#nichtlustig!) wohl eine Taschenlampe gebraucht hat und deshalb mein Frontlicht des Fahrrads gewaltsam abgerissen hat (Du Depp hättest es auch einfach abstecken können!!!!). Du merkst ich war verärgert. Verständlich irgendwie, denn das bedeutet jetzt dass ich ein neues Licht kaufen muss. Sagte ich schon: Danke Idiot? (Ich war wirklich wütend).

Ich kann ja aber nichts machen. Ich weiß nicht wer das war, ich kann meine Lampe nicht wieder holen oder Ähnliches, also bestellte ich eine neue Lampe und stolperte zurück in meinen Alltagstrott.

Von wegen einfach weitermachen!!!!

Am Abend war ich fix und alle. Ich hatte gefühlt den ganzen Tag gekämpft. Finanzamtkram, Anrufe die irgendwie in mir Aggressionen auslösten und zum Sonnenuntergang mischte sich Angst. Warum? Keine verflixte Ahnung. Ich war einfach fix und alle und hatte auch keine Idee woran das lag. Bis ich mich hinsetzte und meinem abendlichen Tagebuchschreiben frönte. Da fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen. Dieser kleine, scheinbar unbedeutende Vorfall, über den ich so hinweg gegangen war hing über meinem ganzen Tag und verlangte nach Aufmerksamkeit.
Statt mir aber während des Tages mal einige Minuten zu nehmen und mich zu fragen: 
„Was strengt mich eigentlich so an?“ und „Gegen wen oder was kämpfe ich hier eigentlich die ganze Zeit?“
Schlug ich schön mit dem gedachten Hammer Löcher in die Emotionswände. 

Ich war enttäuscht, ratlos, hilflos und traurig.

Warum macht jemand sowas? Weshalb muss jemand Nachts eine Lampe von einem Fahrrad, welches zudem geschützt in einem Hof steht abreißen. Sowas macht mir Angst, weil ich es nicht verstehe. Genau wie das Vorgehen mancher Ämter manchmal – daher war meine Wut dann auch direkt im Telefonat mit dem Finanzkram wieder an der Oberfläche.
Vandalismus verstehe ich nicht. Ich finde es unlogisch und dumm und es zeigt mir jedoch immer wieder wie viele Handlungen für mich erschreckend und unerklärbar sind – das enttäuscht mich und macht mich hilflos. Und wenn ich mit Sprache und Logik nicht weiter komme – was bleibt dann? Das war dann meine Grundhaltung am Tag: Alle wollen mir Böses, ich kann mich nicht intelligent wehren, muss mich aber schützen. Am besten mit Automatischer Abwehr und Gezicke.

Die Geschichte um das Gefühl beeinflusst das Gefühl mit

Plötzlich kam mir der Gedanke, dass mein Nachbar mich vor einige Tagen gebeten hatte, ob ich mein Rad, bei Gelegenheit umparken könne da er die Hecke schneiden müsse. Er wollte noch Bescheid geben wann, aber ich war jetzt einige Tage nicht da und vielleicht hatte er versucht mein Rad zu bewegen und dabei das Licht versehentlich abgebrochen.

Mit dem Hinspüren ergab sich also ein Gedanke (zugegebener maßen – sehr unwahrscheinlich!) der eine gänzlich andere Sichtweise für mich zuließ und überhaupt nicht schlimm wäre. Ich habe diese Option dann heute gleich geprüft (sehr unwahrscheinlich!!!) aber ich erlaube mir diese Geschichte zu glauben und für den Fall das es nicht mein netter Nachbar versehentlich war, habe ich sicherlich jemandem mit meinem Licht das Leben gerettet – sicherlich brauchte jemand eine Taschenlampe um eine Heldentat zu vollbringen und meine Lampe konnte helfen.

Das verhalf mir gestern zu besserem Schlaf und heute morgen zu einem wunderbar einfachen Gespräch mit dem Finanzamt 😉

Erlebe deine Welt – aber schau manchmal genauer hin … oder spüre hin 😉
Die Welt liebt dich …

Deine Katha