Kleine Schritte für einen Scanner

Seit Tagen mache ich mir nun schon Gedanken, wie ich erklären kann was ein Scanner macht, ist, fühlt und wie er/sie definiert wird.

Heute habe ich beschlossen: Ich lasse es bleiben!

Warum? Weil es zu viele Arten von „scannen“ und „Scannern“ gibt, um das in einem einzigen Artikel zu beschreiben. Ich werde also anfangen Geschichten zu schreiben/erzählen und wenn du mehr über Scanner wissen möchtest, musst du eben mehrere Artikel lesen und dir dann dein eigenes Bild machen – selbst „erarbeiten“ also!

Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt (Chinesische Weisheit)

Und los …

In kleinen Schritten zu denken ist für mich als Scanner schwer … auch im Hier und Jetzt oder relativ nahe am Hier und Jetzt zu bleiben, ist eine Herausforderung. Der Auslöser für einen Gedanken, eine Idee o.Ä. liegt natürlich in der Gegenwart, aber dann driftet das ganze schnell in weitere Sphären die schwer zu überschauen sind.

Akutes Beispiel

Ich überlege heute, über was ich schreiben möchte und durch ein Gespräch inspiriert fällt mir das Thema „Sage deine Meinung“ ein.

Millisekunden darauf, fällt mir aber auf, dass ich das SO nicht als „Aufforderung“ schreiben kann, weil ich auch manchmal eine Meinung  habe, die ich für mich behalte, aus ganz bestimmten Gründen, Umständen, dem Umfeld etc.

Plötzlich will ich über Meinungen allgemein schreiben, denn nur wer weiß was Meinung bedeutet, kann auch eine haben, oder? Scanner-Logik!?

Ebenso schnell fällt mir das Zitat ein: Der Klügere gibt nach! Eine traurige Wahrheit, sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit.“ (von Marie von Ebner-Eschenbach) und ich klopfe mir innerlich auf die Hirnwindungen dafür, dass ich den Dummen das Feld überlasse wenn ich meine Meinung nicht sage und da ist auch schon der nächste Gedankensprung: Warum glaube ich, ich gehöre zu den „Klugen“ und andere seien „Dumm“? Woran mache ich das fest?

Darüber lässt sich auch was schreiben, sagen, doch wer will das wissen?

Was ist Dumm und Klug? und „Was macht diese Einteilung mit unserer Welt?

Hier reihen sich noch einige Fragen an und plötzlich….

Schwupps, bin ich bei der 47,5% Quote des Dschungelcamps, was ich unbegreiflich finde (ach dazu wollte ich ja auch noch etwas schreiben …) und dann bin ich endlich wieder zurück beim Thema „Meinung“ – „Meine Meinung“

Dieser Ausflug dauert noch eine Weile, aber schon jetzt bin ich so angestrengt, dass ich glaube ich werde wahrscheinlich heute gar nicht schreiben, denn kein Gedanke wird wirklich rund und komplett.

Dieses Gefühl kennen Scanner, wie mir berichtet wurde und ich gelesen haben, sehr gut. Dabei muss es sich nicht immer um Gedanken und den Wunsch handeln, diese für andere in Schriftform festzuhalten. Es können auch Projekte sein, Arbeitsvorgänge und „ToDo’s“ die alle gleich, sofort und perfekt begonnen, erledigt, gekonnt und abgehakt werden sollten/müssten.

Das ist ein Gefühl, das wahrscheinlich jeder Scanner kennt

Diese Welle an Ideen, Gedanken, Vorhaben und Mosaiksteinen (im Übertragenden Sinne), die in einer solchen Heftigkeit und Masse kommen können, dass sie nur noch eines tun: LÄHMEN!

 

Übung „Der BLOCKADE trotzen“ (in 5 Schritten)

1)      Halte an! Bemerke, dass du dich hetzt und stresst… am besten du setzt dich kurz

2)      Atme und komme im HIER und JETZT an!

3)      Schreibe Stichpunkte auf, um deine Ideen/Gedanken festzuhalten. Scanner die ich kenne, mich selbst eingeschlossen, haben eine rieeeeeeeeeeeeesen Angst, ihre Ideen und brillanten Gedanken zu verlieren und fangen daher an daran festzuklammern, hier wird meiner Meinung nach die LÄHMUNG verursacht, wer 100 Gedanken gleichzeitig festhalten muss, dem brennt zwangsläufig eine Sicherung durch

4)      Nicht alles auf einmal wollen! Frage dich, was der nächste kleinste Schritt ist und beginne damit.

5)      Sei IMPERFEKT und UNVOLLKOMMEN

Wieder mal GANZ einfach

Ich weiß, das ist wieder mal so ein toller Tipp der leichter gesagt als getan ist. Halt dich mal an, wenn du gerade auf 347 bist! Wieder was aus der Kategorie „denke positiv und alles wird gut“, aber ebenso wie „positives Denken“ sind auch diese Schritte ÜBUNGSSACHE … darum ist es ja auch eine „Übung“ 😉

Ich habe mir also meinen Artikel „Meinungen“ aufgespart, vielleicht werde ich ihn nie schreiben, weil ich morgen beschließe, dass mir das Thema völlig egal ist, aber ich habe es notiert.

Auch über das Dschungelcamp (eine Fernsehserie die auf RTL gezeigt wird und momentan rekordverdächtige Einschaltquoten hat) muss ich mich heute nicht mehr äußern.

„Dumm oder Klug“, darauf kann ich jetzt in Ruhe herum denken.

Für heute ist mein Ziel erreicht und auch noch eine weitere Fliege mit dieser Klappe geschlagen. Ziel war es einen Blogeintrag zu schreiben, über ein Thema das mich bewegt. Einen Beitrag, der etwas von mir erzählt und darüber wie ich ticke.

Dabei ist es mir heute auch noch gelungen mein Problem zur Lösung zu machen, indem ich anhand des Beispiels auch noch veranschaulichen konnte, wie das Gefühlsleben eines Scanners gestrickt sein kann.

Plötzlich bin ich ruhig, zufrieden und gelassen, weil ich einen Schritt weiter bin. Es war eigentlich mal wieder gar nicht so schwer, sondern nur ein Schritt „Raus aus dem Hirn“ zu „rein ins TUN“!

Der Spruch „Probieren geht über studieren“ kommt ja schließlich nicht von ungefähr.

Was sagst Du?