Richtig lernen

Wir müssen jeden Tag Informationen aufnehmen, verarbeiten und umsetzen bzw. Wissen einsetzen. Lernen ist also kein schulbedingtes Phänomen, sondern eine alltägliche Sache. Wie macht man das richtig, dieses Lernen? Wie kann man sich selbst dabei behilflich sein?

Da ich dieses Jahr viele Projekte in Angriff nehmen möchte, die etwas mit „Lernen“ oder „Wissensvermittlung“ zu tun haben, interessiert mich natürlich auch wie ich mir neues Wissen besser, effektiver und schneller aneignen kann. (wer mehr über meine Lernprojekt „Sprachen“ lesen will einfach hier)
Hierzu habe ich einige Tipps, die ich logisch und bisher auch hilfreich fand zusammengetragen:

Meine Top10 Lern/Arbeits- Erfolgs-Tipps:

Natürlich gibt es unsagbar viele Tipps, gerade wenn man sich durch das Internet liest. Dann kommt es natürlich noch darauf an ob man als Schüler etwas lernt oder im Job, ob man es „muss“ oder will usw. Daher hier nur eine Auswahl meiner persönlichen Top10:

#1 Fokus durch Erledigung

Einen Tipp, den ich total wertvoll finde und für mich einer der hilfreichsten ist. Wenn einem etwas auf der Seele brennt ist man abgelenkt. Wer also gerade Streit mit deinem Partner hat, ein unzufriedenes Chefgespräch hatte, eigentlich noch wirklich wichtige Dinge zu erledigen hat oder in Gedanken einfach nicht beim Lernthema ist sollte sich von all diesen „Nicht-Lerngedanken“ befreien. Ideen aufschreiben, eine email schreiben, ein klärendes Gespräch suchen usw. ist vielleicht vordergründig nicht ganz so dringend wie der Lernstoff, aber wer sich nicht auf’s Lernen konzentrieren kann verschwendet die eigene Zeit.

Aber Vorsicht: Mir geht es häufig so, dass ich einige „Anlaufminuten“ brauche, weil ich vielleicht gerade noch einer anderen Tätigkeit nachgegangen bin und daher meine Gedanken erst „nachkommen“ müssen. Also nicht gleich den Gedanken nachgehen und andere Dinge erledigen mit der Ausrede: „sonst kann ich mich eh nicht konzentrieren“.

#2 Lernblöcke und Lernpausen

45 – 60 Minuten konzentriert lernen oder an einem Thema arbeiten und dann 10-15 Minuten Pause einlegen. Dabei möglichst an die frische Luft (Fenster auf reicht!) und bewegen. Also Hirn und Körper durchlüften damit wieder Platz für „MEHR“ ist.

#3 Pawlow nutzen

Dem Pawlowschen Hund wurde antrainiert, dass das Erklingen einer Glocke „Futter“ bedeutet. Daher begann er nach kurzer Zeit schon zu sabbern, sobald die Glocke geläutet wurde, egal ob dann tatsächlich Futter kam oder nicht. Das funktioniert auch bei uns mit unserem Arbeitsplatz. Haben wir einen Platz an dem ausschließlich gearbeitet wird, dann lernt es sich hier leichter. Menschen die gerne am Essenstisch arbeiten werden wahrscheinlich häufiger abgelenkt, durch Gedanken an Essen, Gespräche usw. da der Esstisch noch mit anderen Aktivitäten verknüpft wird die unser Unterbewusstsein abruft, sobald die Konzentration ein wenig schwindet.

Tipp: Am Arbeitsplatz wird gearbeitet! Wer sich auf „Produktivität“ an einem bestimmten Ort konditioniert unterstützt die eigene Konzentration und Aufnahmefähigkeit.

#4 Möglichst wenig Ablenkung

Mag banal klingen aber es wundert mich immer wieder wie viele Menschen ihren Arbeitsbereich organisieren. Stapel von Blätter, Büchern, Müll, Essen, Geschirr … Was sich an einem Tag alles auf dem Schreibtisch stapeln kann ist unbeschreiblich.

All das lenkt tatsächlich ab. Wer möglichst Ordnung im Arbeitsbereich hält und vielleicht sogar nur das auf dem Platz versammelt wird, was für die Arbeit oder das Lernen tatsächlich benötigt wird ist weitaus aufnahmefähiger, konzentrierter und lernt/arbeitet besser.

Ach so: Auch das mit der Musik während der Arbeit … wäre vielleicht hier und da zu überdenken was die Produktivität und den Lerneffekt angeht.

#5 Abwechslung

Wir langweilen uns ungerne. Unterschiedliche Aufgaben oder Themen regen uns dazu an interessiert und fokussiert zu bleiben. Wer also produktiv bleiben möchte oder besser lernen will sollte unterschiedliche Themen/Arbeitsbereiche abwechseln. Bsp. Schülern/Studenten: Fächer thematisch abwechseln. Mathe-Deutsch-Bio-Englisch … Im Job z.B. mit einem Kunden telefonieren und dann einen Vertrag bearbeiten oder lesen. Oder möglichst verschiedene Sinneskanäle abwechseln zur Arbeitsbewältigung und Informationsaufnahme.

Ähnlich Inhalte sollten gerade beim Lernen auch zeitlich getrennt werden denn sonst droht Verwirrung. Lernt man beispielsweise 2 Sprachen macht es wenig Sinn diese Lerneinheiten nahtlos aneinander zu reihen. So kann aus Spanisch und Französisch nämlich schnell Spazösisch werden.

#6 Aufwärmen

Auch beim Arbeiten und Lernen brauchen wir eine Aufwärmphase. Daher ist es wichtig mit einer leichteren Aufgabe oder leichteren Lerninhalten zu starten. Das hat zwei Folgen: Erstens gewöhnen wir uns an den Lern- und Arbeitsmodus und zweitens können wir so schon das erste Erfolgserlebnis hervorrufen und Erfolg motiviert. Wer also z.B. beginnt Vokabeln zu lernen beginnt vielleicht mit der Wiederholung alter Vokabeln. Das trainiert, festigt das Wissen und schafft hoffentlich Bestätigung: Ja super das kann ich ja!
Beim Arbeiten beginnt man am besten mit Aufgaben die einem leicht von der Hand gehen und die einem Spaß machen. Ich setzte mir dafür jedoch immer ein Zeitfenstern denn von diesen Aufgaben gibt es auch genug um einen Tag zu füllen, doch sie halten oft auch davon ab die Dinge zu tun, die vielleicht etwas wichtiger sind aber dafür vielleicht weniger angenehm.

#7 Mit einem Erfolg aufhören

Motiviert und konditioniert (Pawlow). Wer stets mit einem Erfolg seine Lern- und Arbeitseinheit beendet hat wahrscheinlich am nächsten Tag mehr Lust dazu die Arbeit/ das Lernen wieder aufzunehmen.

#8 Vom Überblick zur Zusammenfassung

Erst einen Überblick verschaffen, dann die Hauptbegriffe oder Schwerpunkte herausfiltern, dann Details zu den einzelnen Punkten lesen/lernen/finden. Diese in eigenen Worten zusammenfassen, auf Richtigkeit überprüfen und anhand der Zusammenfassung dann lernen. Eigene Worte kreieren eigene Bilder im Kopf und dadurch behalten wir die zu Lernenden Inhalte so besser.

#9 Wiederholen

Das ist eigentlich mein verhasster Punkt an der ganzen Sache 🙂 Ist ja eigentlich total klar und logisch, nur an der Umsetzung hängt es ab und zu … oder auch häufiger. Naja, aber wenn das setting stimmt, die Motivation gesteigert wurde (durch vorherige Tipps) und ich mich auf Erfolge freuen kann, fällt das Wiederholen auch einfacher. Beim Lesen ist das Wiederhilen unerlässlich aber um im eigenen Arbeitsbereich PROFI zu werden auch. Können ist nichts als kontinuierliches verbessern durch Widerholung. Üben, üben, üben …

#10 ANFAGEN – keine Angst haben Fehler zu machen!

Ich probiere gerade ein Lernprogramm aus von Tom Freudenthal (Speedlearning) aus zum Thema schneller, besser lernen und Informationen behalten. Eine Bericht zu den Erfolgen werde ich sicherlich nach gegebener Testzeit nachreichen …

Wenn Du Ideen hast, andere Lernprogramme kennst, Lerntipps hast, … also was auch immer zum Thema „Lernen“ interessant sein könnte: SCHREIB MIR ! 🙂
Oder besser: Schreibe einen Kommentar  … dann können gleich alle von deinem Wissen profitieren. Ich freue mich über Nachrichten.

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