Vitamin B – Wer kennt wen? Warum und bis wohin netzwerken gut und wichtig ist.

Meinungen zu Menschen mit vielen und einflussreichen Kontakten erregen seit jeher die Gemüter und lösen die unterschiedlichsten  Debatten aus.
„Der hat den Job nur weil er Kontakte hat“, „DIE bleiben unter ihresgleichen“, „da habe ich keine Chance“, „der/die freundet sich auch mit jedem an, das kann man ja nicht ernst nehmen, wenn’s drauf ankommt sind das eh nur Fähnchen im Wind“, „Ich hasse Smalltalk und Netzwerkerei und finde es doof, dass man das anscheinend braucht um erfolgreich zu werden“
… diese und andere Äußerungen zum Thema Kontakten und Netzwerken habe ich in den letzten Jahren häufig gehört. Man könnte manchmal meinen sich zu vernetzen sei etwas Böses/Schlechtes.

Lange war auch ich ein Verfechterin der „Können sollte siegen, nicht Kontakte“ Argumentation.

Doch ist Netzwerken nicht auch eine Art „Können“?

War es nicht schon immer so, dass die Produkte erfolgreich wurden, die am besten vermarktet wurden? Die Ideen am fruchtbarsten waren, die kommuniziert wurden? Und ist Netzwerken nicht einfach genau das? Werbung für die eigene Person? Einen Bekanntheitsgrad schaffen und somit den eigenen Wert erhöhen? Sich unter die Menschen mischen? Nur wer weiß dass wir existieren und was wir tun, kann uns gegebenenfalls mit anderen vernetzen. Ist das schlimm? Tut das weh?

Das Schöne daran ist: es ist nicht mal lästig, wenn ehrlich gemeint …

Vernetzung im Netz wie auch im „realen“ Leben ist die Chance einen Menschen kennen zu lernen, sich zu zeigen und im besten Fall sogar auf Menschen zu treffen, die man gerne hat und die das Leben auf vielfältige Art und Weise bereichern!
Das dieses Kennenlernen häufig mit einem Smalltalk beginnt, liegt in der Natur der Dinge. Na und? Wenn man sich bewusst macht, dass lediglich 7-10% unserer Kommunikation über den Inhalt, also das Thema und die Wortwahl, ausgedrückt werden, dann müsste dass doch heißen dass ich 90% eines Menschen kennenlernen kann – auch wenn ich über das Wetter rede!

spinnennetzNetzwerken ist heute auch so einfach geworden.

Selbst schüchternere oder scheuere Menschen könnten zum Erstkontakt das Internet nutzen. So fällt es vielen Menschen leichter, beim ersten reellen Kontakt auch tatsächlich ins Gespräch zu kommen und das lockerer und entspannter, als vielleicht ohne vorherige Netz-Verknüpfung.

Wie viele Facebookfreunde sind „normal“

Ich kann mich noch an die anfänglichen Diskussionen auf Facebook und Co erinnern, als der Versuch gestartet wurde Menschen nach der Anzahl ihrer Kontakte zu beurteilen. Wer hat wirkliche Freunde? Wer ist Kontakt- oder Add-Button Junky?  Und wer „added“ einfach JEDEN zur Freundschaftliste?
Damit tauchten auch die ersten Informationen und „Studien“ darüber auf, wie potenzielle und aktuelle Arbeitgeber diese Freundeszahlen bewerten und was die Freundschaftsanzahl über die Person dahinter aussagt.
Erst sollte man unter 100 Freunde habe um ein „normaler“ und „gesunder“ Sozialgemeinschaftsmensch zu sein, dann waren 200 ok. Dagegen war das Anzeigen von 400 „Freunden“ schon wieder „zu viel um gut zu sein“. Und wie ist es jetzt?
Mittlerweile ist auch das, glaube ich, schon wieder egal. Jeder nutzt Facebook aus unterschiedlichen Gründen und mit unterschiedlichen Zielen … die Freundeszahl liefert also keine grundlegende Basis für die Persönlichkeitsanalyse mehr.

Wer kennt wen?

Seit Jahren gibt es ja die Behauptung, dass alle Menschen über 5-7 Ecken (Personen) irgendwie miteinander in Kontakt stehen.
Das Internet liefert uns also die Möglichkeit uns praktisch mit JEDEM beliebigen Menschen zu vernetzen oder in Kontakt zu treten …

Was bedeutet das für die Vitamin-B „Motzer“?

Auch sie könnten diese Kontakte haben! Das ist die wunderbare Möglichkeit, die unsere heutige Zeit liefert. Man muss nicht mit DEN Kontakten geboren sein um Unterstützung für die eigenen Ideen und Ziele zu bekommen.

Wir brauchen einander um zu wachsen

Ich glaube auch, dass richtig gute Freunde sicherlich nicht zu Tausenden auf unserem Lebensweg (auf Facebook und Co) daherkommen. Aber ich bin davon überzeugt, dass viele Menschen meinen Weg kreuzen, von denen ich gerne lerne, mit denen ich gerne spreche, mit welchen ich mich gerne austausche und gerne einen Teil des Weges gehe.
Ich habe in den letzten Jahren so viele Menschen kennengelernt die mich faszinieren.
Ich stelle mit Begeisterung fest, wie viele tolle Menschen, interessante Gesprächspartner, Mentoren, Lehrer, Schüler, Freunde, Kollegen, Ideengeber und auch Kritiker ich in meinem Umfeld habe, die mir Halt geben und mein Leben schön machen auch wenn es teilweise nur virtuelle Impulse sind.

Raus in aus dem Netz

Vernetzen ist schön, Kontakte zu haben und vielleicht sogar sehr einflussreiche ist sicherlich hilfreich, aber auch nur dann, wenn man diese pflegt, dauerhaft ehrliches Interesse an den Individuen hat und tatsächlich auch bereit ist als Teil eines Netzwerks zu fungieren.
Dann entstehen nämlich für alle Win-win Situationen, das Netzwerk wird gestärkt und die Unterstützung innerhalb des Netzwerks wird gesteigert. Dazu braucht es aber auch persönliche Interaktion.
Also weg vom Computer, treffen, feiern, reden, unterstützen … nicht digital 1.0, 2.0 oder Betaversion, sondern ganz ALTMODISCH: analog, life und in Farbe! Mit einem Gegenüber aus Fleisch und Blut.
Dann ergeben sich Vitamin B und Chancen ganz von alleine!

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