Schon wieder ist das Jahr fast vorbei und dein volles Potenzial im Eimer!

Heute geht es darum, wie du dein Jahr jetzt in die gewünschten Bahnen lenkst und den Februar zum Jahres-Start ernennst.
Warum wir manchmal im Januar schon glauben, dass das Jahr vorbei ist und was man unbedingt machen sollte, damit man im Dezember nicht denkt: “ Gut, dass es vorbei ist!“ oder „schon wieder ein Jahr verschenkt!“ 

Hallo Februar.

Meme von me.me

Ich wollte den Januar eigentlich besser gefüllt haben. Mehr irgendwie.
Heute morgen bin ich dann über  dieses Meme* gestolpert.  
Als hätte jemand meine Gedanken gelesen.
Es ist so passend zu meiner Stimmung und zu diesem Post, den ich dir eigentlich schon letzte Woche präsentieren wollte, denn irgendwie fühlt sich alles jetzt schon nach „das Jahr ist fast vorbei an!“

 

„Das Jahr ist schon fast vorbei und ich trödle noch immer“

Seit einer Woche trage ich dieses Gefühl nun schon mit mir herum (und da war noch Januar! ;)) Eigentlich wollte ich durchstarten, ab Neujahr. Ich wollte: mehr schreiben, mehr mit meinen Projekten vorwärts kommen, mehr Sport, mehr Lesen, mehr Lernen. Es lag so viel auf dem Teller. Und ich wollte mich Vollstopfen. Das klappte zu Beginn auch ganz gut und plötzlich nicht mehr. 

Meine Montags-Panik 

Bei meiner morgendlichen Tasse Kaffee donnerte es zu beginn dieser Woche fröhlich aus einer Freundin heraus: „Wohoooo heute ist der letzte Montag im Januar“
Ich muss gestehen, ich konnte ihre Freude nicht so wirklich teilen, denn mir schoss dieser Gedanke gleich wie ein Pfeil ins Herz.
Aua, Realität! Der Januar ist fast um … Ein Zwölftel des Jahres … was hab ich erreicht und hätte das nicht mehr sein können – nein, sollen?

Was ist passiert?

Nichts ist passiert! Also nichts, was für mich gefühlt eine gute Entschuldigung wäre. Ich war weder krank, noch habe ich übermäßig genetflixt oder mich mit Dingen abgelenkt, die mich von meinen Zielen abhalten. Die Zeit reichte einfach irgendwie nicht. Meine Klarheit vielleicht auch nicht. Das waren meine Vermutungen. Doch heute ist mir klar geworden – ich hab mir das zu einfach vorgestellt. 

Wir vergessen zu oft das „Drumherum“ das uns mehr Zeit kostet

Ich habe also diesen Post geschrieben und da lag er nun, seit einer Woche.
Veröffentlichen wollte ich ihn zunächst nicht aufgrund meines Hoster-Umzugs, dann nicht, weil das Design der Website mich genervt hat (und noch tut). Dann weil ich dachte „zu lang, zu ungenau, nicht hilfreich, keiner will’s lesen, zu blablabla. Kein Titelbild passt irgendwie, außerdem kann ich kein SEO und Html sollte ich auch lernen, Marketing könnte auch besser sein.“ Alles ganz offensichtlich nicht wirklich nützliche Dinge für den Moment aber ein Spiegel meiner vermeintlichen Unzulänglichkeiten. 
Es folgte ein „kurzer“ Ausflug auf Coursera und Udemy, um meiner Kurs-Liste einige weitere Lernmaterialien hinzuzufügen, damit ich mich auch daran erinnere, was ich noch besser (oder überhaupt) können müsste.
Dann stellte ich mir eher generelle Fragen wie: „Was will ich überhaupt mit diesem Blog erreichen? Und warum stecke ich hier immer so viel Zeit rein?“

Ich hatte nicht einkalkuliert, dass ich nicht einfach nur einen Text schreiben muss, sondern dass ich dazu auch gerne einfach die passende Umgebung endlich fertig hätte, die Zielsetzung, Wissen – das kostet eben Zeit. Und oft besinne ich mich erst viel später zurück auf den Kern dessen, was ich schaffen will und so vergeht Zeit. 

Ich will Bedeutung schaffen oder etwas Bedeutendes. 

Ein Freund sagte mal zu mir: „Wir nehmen uns zu wichtig! Wir wollen uns ein Denkmal setzen und wichtig sein. Fast alle Menschen wollen etwas erreichen das bleibt – und wenn es „nur“ Kinder sind.  
Doch am Ende sterben wir. Und 100 Jahre später sind wir meist ebenso egal wie jeder andere, egal was wir erreicht haben. Selbst bei wirklich großen Errungenschaften wie der Dampfmaschine und der Glühbirne weiß mit der Zeit keiner mehr so genau, wie der kluge Kopf hinter der Sache hieß. Weil wir eigentlich unbedeutend sind.“

Er hat wohl recht – und ernüchternd dieser Gedanke zuerst auch war, so befreiend ist er im Nachhinein, denn auch „Fehltritte“ vergehen. 
Ich werde wohl eher nicht ganz so hochtrabende Dinge erreichen wie die Relativitätstheorie und trotz dieses Wissens ist da in mir diese Stimme die sagt: Du musst mehr machen, mehr erreichen.
Das ist einerseits gut, weil ich dadurch selten aufgebe, vieles tue, was auch etwas mehr Zeit und Durchhaltevermögen in Anspruch nimmt, was ich sonst nicht tun würde. Aber am Ende des Tages nehme ich diese Mission viel zu wichtig, um überhaupt zu starten. Denn ich könnte dabei versehentlich ein Denkmal setzen, welches ich gar nicht will. Dann lieber keins 😉 

Die hinkenden Vergleiche, die ich ziehe oder wie ich mich erfolgreich frustriere:

Hier ein kleiner Einblick in meine Denkprozesse wie ich mich erfolgreich fertig mache.  
Ich beginne mit Verallgemeinerungen wie: Bei ALLEN anderen klappt alles. 
Dann finde ich Beweise wie: Beyonce ist in meinem Alter und hat ein Imperium aufgebaut. Bibi ist wesentlich jünger und hat „Karriere“, Haus,Pool, Kind und Mann schon abgehakt auf der „ToDo Liste“ des Lebens.
Die Ausrede „Alter“ zählt also schon lange nicht mehr, auch nicht die, dass ich eine Frau bin.
Sowieso werden die Ausreden die ich mir „erlaube“ dünngesäter und was bleibt ist die Erkenntnis: „Du bist es alleine dich sich auf- und zurückhält!“ Na bravo im Self-Bashing bin ich Queen!
Das sind alles „Stars“ – das zählt nicht? Auch dafür gibt’s Gegenbeweise: Freundin A schreibt ihr 5tes Buch! Freundin B ihr Erstes. Freundin C und E haben einen Verlagsvertrag auf dem Tisch und ich hab nicht mal ein fertiges Konzept oder bin noch am Zweifeln, wozu ich überhaupt schreiben sollte. Wer will den Schmu lesen?
Nur einige Beispiele und Vergleiche, die mein Hirn konkret anstellt und die Denkmuster, in die es sich verstrickt. Damit bringe ich Stunden zu. Nicht gerade hilfreich. I know! Aber ich bin damit nicht alleine. 

Am Ende bleibt nur die Angst, dass ich weniger wichtig bin als ich sein will, weniger bewege als ich könnte und dass ich mein volles Potenzial nicht ausschöpfe und mein Leben damit praktisch wegschmeiße! HORROR!

Diese komische Geschichte des „vollen Potenzials.“

Woher kommt die eigentlich? Wann ist es so wichtig geworden große Ziele zu haben, die die Welt verändern, sein „Potenzial“ zu kennen und es voll auszuleben? Wem bin ich da verpflichtet? Warum gibt es tausende Websites und Coaching Angebot die uns helfen „unsere PS endlich auf die Straße zu bringen“, unser „volles Potenzial“ zu leben und unseren „Lebenssinn zu endlich leben“ – Unleash the power within? 

Sein Leben zu mögen ist genug! 

Das mag jetzt erstmal nach kleinen Brötchen klingen, aber ich muss gestehen, dass ich am glücklichsten bin und bisher am meisten geschaffen habe, womit ich zufrieden war, wenn ich nicht an Luftschlössern gebaut habe, sondern Dinge ganz praktisch angegangen bin (und eh nix zu verlieren hatte haha). Weniger ist ganz oft eben wirklich mehr. 

Beyonce hat mit fucking 4 Jahren angefangen und zwar ohne großes „mein volles Potenzial“ Nachgedenkse. Die ganzen Blogger und Vlogger machen einfach und überlegen nicht ob ihr Einkauf von DM ein Video wert ist oder nicht – sie drehen es ab und lassen andere entscheiden. Wenn’s scheiße ist: So what?!

Was also tun? Losfahren!

Wenn wir uns in Bewegung setzen wird der Weg klarer. Keiner weiß wie die Lebenslandkarte wirklich aussieht. Wie oben schon gesagt, wollen wir alle „großes“ erreichen, aber ich persönlich, weiß gar nicht was das sein könnte. Wie auch, wenn ich meinen Sichtradius nie erweitere indem ich mich ausprobiere? 

Schuppdiwupp sind wieder 7 Tage um, dann ein Monat und dann bleibt das Gefühl „Ich hätte mehr machen, erreichen, leben …. können. Ich bin zu spät, hinke hinterher. Ach f****! Ich hätte besser leben sollen. Irgendwie voller. Irgendwie mehr. Dieses Gefühl kommt immer nur vom Stehen-Bleiben.   

Heute also diese wirklich wichtige Erinnerung an mich:  

  1. Du bist nie zu spät! Der Jahresbeginn ist nur ein Datum – der erste Februar kann ganauso gut als Start herhalten. 
  2. Du hinkst nicht hinterher, manchmal vergisst du nur das „Drumherum“ einzubeziehen, welches dir eben wichtig ist und das du vielleicht auch brauchst, um den Mut zum Sprung zu fassen. Vergleiche sind für den A****!
  3. HEUTE ist immer ein guter Tag zum (Durch)Starten. UNgeschliffen, ohne ENDplan und oftmals mit einer zu Beginn eher mäßigen Qualität. 

Also mach‘ Dich nicht verrückt oder gar fertig dafür, dass du bist, wo du gerade bist.
Nutze dieses „wo bin ich gerade“ viel eher, wenn es dir nicht gut gefällt, um zu erkennen, wohin du willst. 
Erlebe die Welt, erlebe dein Leben, mach das Beste aus jedem Tag und am Ende zählt nur, dass du dein Bestes gegeben hast und ehrlich mit und zu dir warst. DAS ist dein „volles Potenzial“. Nicht mehr und nicht weniger! 

Also los 😊

Lass uns gemeinsam Fehler machen, albern sein, uns zeigen – von mir aus auch dein Frühstück oder deinen Einkauf als Bild auf Instagram, wenn es dabei hilft, dass du dir mehr zutraust. Probiere dich mehr aus damit du am Ende des Jahres (oder jeden Tag) sagst: Ich hab was gemacht, ich hab mich gezeigt, ich hab irgendwie eine Spur gelegt – auch wenn ich nicht weiß wohin sie führt. 

Liebe Grüße deine Katha

*Was ist ein Meme? Das sind diese Bildchen, deren Kontext/Bedeutung durch einen neuen oder überhaupt erstmals zugefügten Text verändert wird.